Tapetenwechsel?
07.02.2012
» clubkultur

Wiener Clubs im Interview: Das Werk

von Johannes Piller  


Die Wiener Clublandschaft floriert. Wiener Clubs genießen mittlerweile einen guten internationalen Ruf bei Acts, Bookern und – vor allem – dem Publikum. The Gap sieht genauer hin und trifft einige Clubmacher zum Interview. Heute: Stefan Stürzer von Das Werk. 

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Von Magistrat zu Magistrat waren die vorgeschriebenen Maßnahmen manchmal komplett gegensätzlich, was uns sehr viel Zeit und Geld kostete. Das ganze ging 6 Monate lang mit unzähligen Verhandlungen und Projektänderungen. Wie du schon angesprochen hast, durften wir auch keine Kunstveranstaltungen mehr abhalten, um die laufenden Kosten zumindest über die Bareinnahmen so gut wie möglich abzudecken. Wir hatten ja weiterhin die Miete für das Haus zu bezahlen und auch große Investitionen getätigt die ebenfalls getilgt werden sollten. Wir sind wirklich ganz knapp am Aus vorbei geschrammt.

Wie sieht es mit der Anlage aus? Wirklich laut ist es ja nicht.

Die Anlage (EV, RCF, Yamaha) ist an sich mehr als ausreichend für das gesamte Erdwerk. Leider wurde uns im Zuge der Verhandlungen eine sehr bemitleidenswerte Plombierung verpasst. Obwohl wir derzeit bestimmt nicht den lautesten Sound Wiens bieten, haben wir zahlreiche Anfragen von Veranstaltern. Wir bespielen im Monat das Erdwerk an die 12 bis 15 Mal, was wiederum auf das schöne Ambiente (wenn man es ein wenig abgefuckter haben will), den fairen Getränke – und Eintrittspreisen, sowie dem nicht allzu lauten, aber dennoch immer klaren Sound zurückzuführen ist. Dennoch wollen wir auch eine Verbesserung der derzeitigen Lautstärkensituation und haben dazu gerade bessere Schallschutztüren bestellt, die Anfang März eingebaut werden. Außerdem werden wir in diesem Frühjahr dem gesamten Club, mit der Unterstützung des Design- und Visualistenkollektives Lampenschirm, ein neues Gesicht verleihen. Das wird eine höhere Lautstärke am neuen Dancefloor zur Folge haben (auf ca. 95dbA).

Wer veranstaltet nun bei euch? Kommt der Susi Klub wieder zurück? Habt ihr auch Eigenveranstaltungen wie zum Beispiel die Prastersauna ihre Aufguss-Events.

Wir vermieten unsere Räumlichkeiten an Veranstalter aller Genres. Zum einen wird im Erdwerk zu verschiedenster Musik wie Techno, Reggae, Rock und Pop gefeiert.  Andererseits wird es in Zukunft auch sicher wieder live Konzerte geben.
Im Off-Theater Bereich sind wir bereits eine sehr namhafte Location und fast jeden Dienstag findet in der Werkerei eine Lesung statt. Das Werk bietet mit seinen leistbaren Konditionen Nährboden für alternative Projekte aller Art um diese zu realisieren.

Die Susis sind gute Freunde des Hauses und haben sich seit der Entstehung sehr engagiert. Hand in Hand wurde somit das Werk in unfassbar kurzer Zeit zu einem Hotspot und auch der Susi Klub hatte zuvor noch nie so viele Besucher – ganz unsere Mentalität Win-Win. Natürlich würden wir den Susi Klub gerne wieder im Werk sehen, aber mit diesem Ansturm an Besuchern werden wir hier derzeit nicht fertig. Aber sag niemals nie!

Seit Jänner 2012 haben wir im Erdwerk zwei Eigenveranstaltungen mit den Titeln „TeKkTOnIC“ und „What A MessUp !“ ins Programm aufgenommen. Ein bis zwei weitere, regelmäßig stattfindende Eigenveranstaltungen sind im Laufe des Jahres noch geplant.

Ist die Nähe zum Gürtel eher positiv oder negativ für euer Klientel?

Wir empfinden die Nähe zum Gürtel sehr positiv. Zum einen sind wir sehr zentral und über die U6 die ganze Nacht erreichbar. Der oder die eine oder andere verirrt sich auch schon allein durch die hohe Besucherfrequenz am Gürtel zu uns. Um das Werk herum sind etliche Bars und Clubs die für uns bereichernd und nicht konkurrierend wirken. Bereichernd im Sinne von einem sehr guten Verhältnis der jeweiligen Clubs und BarbesitzerInnen. Man hilft sich einfach gegenseitig aus. Dadurch hat sich das Viertel zwischen Gürtel und Brunnenmarkt in den letzten Jahren auch so richtig zu einem Künstlerinnen- und Künstler-, Veranstaltungs- und Partygrätzl entwickelt. Die Nähe zwischen den einzelnen Locations spürt man z.B. bei Veranstaltungen wie der „Gürtelaffaire“ die sich in Wien in nur 2 Jahren einen großen Namen machen konnte.

 

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