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The Vanished Agent
von Johann Scholz
Geheimagent für einen Tag. Johann Scholz war für uns bei The Vienna Project 09 dabei.
Als Zwerge und Elfen verkleidete Nerds, die mit Plastikschwertern aufeinander zustürmen, bevölkern schon seit geraumer Zeit die alten Burgruinen Österreichs. Die Live-Rollenspielszene ist eine Nische für Alltagsflüchtige, findet aber immer mehr Zulauf und hat besonders in den USA bereits eine eigene Subkultur hervorgebracht.
The Vienna Project 2009 orientiert sich an diesem System, geht aber dennoch einen anderen Weg. Anstatt sich an eine kleine Community zu wenden, werden die Mitspieler über Internetplattformen wie Facebook und Twitter rekrutiert. Auch das Setting ist erfrischend, statt "Herr der Ringe" gibt es "James Bond" und "The Game". Ziel des eintägigen Spiels: Finde den Vanished Agent.
In fünf Aufgaben, die alle im Vorfeld übers Internet zu lösen waren, mussten sich Spielwillige beweisen um in den erlauchten Kreis der 16 Agenten aufgenommen zu werden. Am 22. August um 9.25 Uhr ging es dann los. In einem Kuvert wurde man mit seiner neuen Identität konfrontiert und erfuhr den ersten Treffpunkt mit seinem Agentenpartner. Von nun an kam man kaum mehr zur Ruhe. Ständig lief man quer durch den 1. Bezirk auf der Suche nach Hinweisen, erhielt Aufträge über das Handy, beschattete Personen und wurde selber beschattet. Irgendwann glaubte man schon an jeder Ecke einen feindlichen Agenten zu sehen – Paranoia pur!
Das Highlight war mit Sicherheit die Entführung am Hohen Markt. Ins Auto gezerrt mit einer Waffe (natürlich aus Plastik) bedroht und auf Englisch niedergebrüllt, fühlte man sich fast wie in einem Agentenstreifen. Leider kamen solche Szenen aber nur selten vor. Meist hetzte man Schnitzeljagdmäßig von einem Ort zum Nächsten und ein roter Faden lies sich in den unterschiedlichen Aufträgen nur erahnen. Dennoch machte die Sache sehr viel Spaß, war durchwegs gut organisiert und wurde von allen Teilnehmern einstimmig als Erfolg angesehen.
Fotocredits:Christian Lendl, Georg Schroll
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