Tapetenwechsel?
werber - ein fragwürdiger beruf

Queraussteiger

Bettina Benedikt


„Nach der Werbung geht’s weiter“, heißt es im Fernsehen immer. Ob das auch fürs Berufsleben gilt?

Werber - ein fragwürdiger Beruf

Werbepause. Texterin Bettina Benedikt schreibt zwischendurch über die wunderliche Welt der Werbung.



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Wenn man sich nach 10 Jahren Werbung vorstellt, man macht jetzt noch einmal 10 Jahre Werbung, dann überkommt einen so eine seltsame Müdigkeit. Und wenn man sich ausrechnet, dass dann weitere 10 Jahre nicht annähernd für die Pension reichen, weicht diese Müdigkeit einer zunehmenden Verzweiflung. Es besteht also Handlungsbedarf. Nur – was tun, wenn man nichts Gescheites gelernt hat?

Naheliegend: was Gescheites lernen. Auf die Uni gehen, in eine WG ziehen, auf Studentenfeste gehen – sich wieder wie 20 fühlen. Fragt sich nur wie lang, wenn man den ergonomischen Bürostuhl gegen die Audimax-Treppe tauscht.

Wer den komfortablen Lebensstandard eines Werbers halten will, wechselt lieber in die Versicherungsbranche oder zur Finanzberatung. Dort verkauft man womöglich seine Seele, aber den Firmenwagen darf man behalten. Apropos Seele: Berufungen wie Shiatsu-Therapeut, Yogalehrer und Lebensberater erfreuen sich unter Ex-Werbern besonders großer Beliebtheit. Kein Wunder, kaum jemand kennt sich mit Blockaden, Burn-out und Beschwerden aller Art besser aus. Aber die eigenen Berufskrankheiten zum Beruf machen ist nicht so mein Ding.

Aussteigen also schön und gut, aber an welcher Station? Am besten nichts überstürzen - manchmal öffnen sich Türen ganz automatisch. Und bis dahin...

...bin ich einfach die fleißigste Arbeitlose der Welt.



„Die fleißigste Arbeitslose der Welt“ - die neue Kolumne ab Februar auf www.thegap.at

 

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