Tapetenwechsel?
20.02.2012
» clubkultur

Label-Interviews Pt.6: Luv Shack Records

von Maximilian Zeller  


In Österreich werden wieder Labels gegründet. Eine Reihe von Produzenten und Veranstaltern aus Techno, House und gemischten Beats schickt sich an unter den neuen Bedingungen der internationalen Musiknetzwerke ihre Tracks unter die Leute zu bringen. Wir stellen sie in einer Serie vor.

Bild: luvshack_1.jpg

Bild: luvshack_2.jpg

Bild: luvshack_3.jpg

Bild: luvshackrecords_2.jpg



social widgets
Sharen, Bookmarken etc.:





Dieser Artikel ist mir was wert:

Mit dem wiedererstarkten Vinylverkäufen, der Zunahme an Produzenten (ohne Release kein internationales Ansehen), nimmt nun auch in Österreich, vor allem in Wien, die Labellandschaft zu. Überall sprießt es wild und die Euphorie ist groß – aber nicht so wie kreischende Teens losjagen, sondern wohl überlegt und nicht uninformiert über den klapprigen Status Quo des momentanen Musikbusiness. Was sind aber genau die Beweggründe zur Gründung eines eigenen Labels? Was erwartet Gründer und womit müssen sie rechnen?

Luv is all around – nicht nur Luv Lite Recordings sondern auch Luv Shack Records reüssiert aktuell international. Das frische DiscoHouse-Label aus Wien wird unter anderem von den ehemaligen Tjumy-Records-Betreibern und einstigen Market-Bookern Simon Birner und Stefan Schauppenlehner betrieben. Ihre langjährigen Erfahrungen was Clubkultur und Musikbusinees betrifft, haben die beiden nun gemeinsam mit Samuel Fedy, Dominik Huber und Georg Nadler in Luv Shack Records gebündelt.

Kein Wunder, dass der internationale Response dementsprechend groß ist. Leute wie Rampa, Tim Green oder Justin Miller von DFA Records haben Luv Shack-Tracks gechartet und DJs wie Crazy P, Toby Tobias, X-Press 2 oder DJ Friction haben sie in Mixen und Podcasts verwertet. Dem nicht genug war der erste Release des Labels auch auf Platz Eins der Verkaufscharts bei Juno, Decks.de, Deejay.de und auch bei Phonica, iTunes oder What People Play vorne mit dabei. Der Track “Ridin High” von Lee Stevens & The Beautiful People zählt weit über 20.000 Plays auf Youtube und die erste Label-Nacht in London ist bereits fixiert. Wir haben die Labelbetreiber zum Interview gebeten.

 

Warum habt ihr das Label gegründet?

Stefan Schauppenlehner (Lee Stevens / Burnin Tears): Wir kennen uns seit zirka eineinhalb Jahren und haben auf Partys festgestellt, dass wir uns alle auf einer ähnlichen musikalischen Ebene bewegen. Nachdem wir alle schon länger Musik machen und teilweise auch schon Labelerfahrung haben, lag dann der Schluss nahe, sich zusammen zu  tun und eine eigene Plattform zu gründen.

Simon Birner (Burnin Tears): Auf vernünftigen Labels unterzukommen ist ja bekanntermaßen aufgrund des Überangebots recht schwierig. Wir kamen zu dem Schluss, dass es wohl einfacher wäre selbst ein Label zu starten.

Was war der schwierigste Schritt beim Gründen des Labels?

Stefan Schauppenlehner: Vor dem ersten Release fallen sehr viele organisatorische Arbeiten an - wie Vertriebssuche, Anmeldungen bei SKE, AKM, Austro Mechana und Co. Ebenso muss ein Presswerk und jemand fürs Mastering gefunden werden. Durch unsere Vorgeschichte waren Gott sei Dank schon recht viele Kontakte da und so ging eigentlich alles recht zügig.

Simon Birner: Da wir ja 5 Leute sind war auch das finanzielle Risiko für jeden einzelnen recht überschaubar. Auch eine Förderung konnten wir ergattern - wenn auch die Fördersumme etwas geringer als erhofft ausfiel. Kleinere Verzögerungen gab es im Endeffekt nur durch einen Fehler bei der Testpressung.

Was ist euer Plan in den nächsten zwölf Monaten?

Dominik Huber (Domino): Neben Labelnights in Wien werden wir natürlich auch versuchen in den Bundesländern und international unterwegs zu sein. Für Mai wurde gerade eine Labelnight in London fixiert. Auch ein paar Remixe  für befreundete Labels wie zum Beispiel Easymoods Recordings stehen ins Haus. Vielleicht können wir uns heuer sogar noch den Traum von einer eigenen Website erfüllen. (Lacht)

In welche musikalische Richtung wird sich das Label bewegen?

Samy Fedy (LeSale): Schlagworte die da oft fallen sind House, Disco und Dub - aber nicht gezwungenermaßen im 4/4 Takt. Da wir vorläufig nur eigene Sachen releasen, bringen wir einfach das raus was uns gefällt. Wir sind uns da überraschenderweise immer recht schnell einig.

Wo und in welcher Form werden die Releases erhältlich sein?

Samy Fedy: Wir arbeiten mit einem deutschen Vinylvertrieb und einem österreichischen Digitalvertrieb zusammen. Die Releases sind in allen gängigen Vinyl- und MP3-Stores erhältlich. Also Clone, Rush Hour, Juno, Beatport, Zero", Whatpeopleplay, Itunes usw. Für diejenigen, die gerne noch in der Real World einkaufen, gibts die Platte in Wien exklusiv bei "das Market" in der Westbahnstrasse.

 

Weitere Information gibt es hier:

Burnin Tears

Lee Stevens

Simonlebon

Jakobin & Domino

LeSale

Dub Agenda

 

Luv Shack Records Soundcloud

Luv Shack Records Twitter

Luv Shack Records Youtube

Luv Shack Records Facebook

 

Mehr Label-Interviews:

Pt.1 Leap Records 

Pt.2 The Loud Minority

Pt.3 Schönbrunner Perlen

Pt.4 Moun10

Pt.5 Luv Lite Recordings

 

senf à la social media