Tapetenwechsel?
16.01.2012
» clubkultur

Label-Interviews Pt.3: Schönbrunner Perlen

von Stefan Niederwieser  


In Österreich werden wieder Labels gegründet. Eine Reihe von Produzenten und Veranstaltern aus Techno, House und gemischten Beats schickt sich an unter den neuen Bedingungen der internationalen Musiknetzwerke ihre Tracks unter die Leute zu bringen. Wir stellen sie in einer Serie vor.

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 Mit dem wiedererstarkten Vinylverkäufen, der Zunahme an Produzenten (ohne Release kein internationales Ansehen), nimmt nun auch in Österreich, vor allem in Wien, die Labellandschaft zu. Überall sprießt es wild und die Euphorie ist groß – aber nicht so wie kreischende Teens losjagen, sondern wohl überlegt und nicht uninformiert über den klapprigen Status Quo des momentanen Musikbusiness. Was sind aber genau die Beweggründe zur Gründung eines eigenen Labels? Was erwartet Gründer und womit müssen sie rechnen? 

Hinter Schönbrunner Perlen stecken mehrere Artists, die bereits seit Jahren in Wien Parties veranstalten, federführend aber Ken Hayakawa. Das Archiv österreichischer Popularmusik SRA kennt zwar nur zwei Releases von ihm, Resident Advisor listet dafür bereits über zehn. Was dort leider nirgends vorkommt: sein Fabel-Fendrich-Cover "Wien bei Nacht". In einer ganz anderen Klasse spielt dafür der Pausenrap, an dem Hayakawa maßgeblich mitproduzierte. Seine vollständigste Biografie (und Diskografie) steht dabei allerdings auf Discogs. Ziemlich treffend ist dort auch die Beschreibung "Ken's Musik zeichnet ein melodiös-minimalistischer Stil aus."

Eine vollständige Liste der weiteren Beteiligten gibt es auf der Facebook-Page von Schönbrunner Perlen. Wir haben dem Schönbrunner Perlen-Posterboy Ken Hayakawa einige Fragen geschickt.

 

Warum habt ihr das Label gegründet? 

Schönbrunner Perlen ist entstanden, weil wir eine genaue Vorstellung davon hatten was wir releasen wollen. Die meisten Labels vertreten einen bestimmten Sound der durch die Macher und deren Künstlern geprägt ist. Es kommt dadurch zu einer bestimmte Filterung von Tracks, die oft nicht mit der Vorstellung des Produzenten zusammen passt. Weiters sind wir ein Media Label, produzieren Videos und kooperieren mit verschiedensten Künstlern im Bereich Foto, Malerei, Film usw (wie z.B. bei unseren ersten beiden Covers, die wir mit Filius de Lacroix und Daniel Gebhart de Koekkoek gestaltet haben, oder unserem ersten Video, das mit copy_paste realisiert wurde).

Derzeit arbeiten wir am zweiten Video zur "Today I Feel" EP von Oberst & Buchner mit Lampenschirm zusammen, ein frisches Quattro aus Wien.

Was war der schwierigste Schritt beim Gründen des Labels?

Der schwierigste Schritt bei der Gründung war die Auseinandersetzung mit der rechtlichen Sache wie man offiziell überhaupt ein Label wird. Wir mussten uns deshalb mit viel Büro-Kram auseinandersetzen, was mit unserer eigenen Passion, der Kunst, nicht viel zu tun hat. Vom Finanziellen her ist es natürlich nicht einfach, wenn man kein Top-Verdiener ist, aber unsere Erfahrung, Professionalität und Kontakte geben uns genug Motivation, dass wir es durchziehen.

 

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