Tapetenwechsel?
24.07.2012
» wiener clubkultur

Label-Interview Pt.8: J.hruza records

von Johannes Piller  


In Österreich werden wieder Labels gegründet, u.a. Jhruza Records. Eine Reihe von Produzenten und Veranstaltern aus Techno, House und gemischten Beats schickt sich an unter den neuen Bedingungen der internationalen Musiknetzwerke ihre Tracks unter die Leute zu bringen. Wir stellen sie in einer Serie vor.

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Mit dem wiedererstarkten Vinylverkäufen, der Zunahme an Produzenten (ohne Release kein internationales Ansehen), nimmt nun auch in Österreich, vor allem in Wien, die Labellandschaft zu. Überall sprießt es wild und die Euphorie ist groß – aber nicht so wie kreischende Teens losjagen, sondern wohl überlegt und nicht uninformiert über den klapprigen Status Quo des momentanen Musikbusiness. Was sind aber genau die Beweggründe zur Gründung eines eigenen Labels? Was erwartet Gründer und womit müssen sie rechnen?

Jhruza Records trägt als Logo eine geschwungene Typo, als wäre das Label Teil der 18th Street Gang. Was dem in Wien basierten Label an schicker Gewalt, Waffen, Drogen und Kriminalität fehlt, machen sie mit Artwork, qualitätvollem Sound und Ideen wett. Aus dem Kernteam, das aus fünf Personen besteht, sind zumindest zwei keine Unbekannten: Lupo war eine Hälfte von Fuxblut, das Duo hatte um 2008 herum mit ihren Live-Shows und ihren Releases auf Great Stuff bereits für Aufsehen gesorgt. Julian Hruza, der Namensgeber und Head of Production schafft es mit seinem Soundtrack für den Film Avalon zu Nominierungen bei diversen internationalen Filmfestivals. Was aber steckt noch hinter dem neuen Wiener Label und worauf darf sich der Basslieberhaber von Welt in Zukunft freuen? Wir haben Julian zum Interview gebeten um mehr zu erfahren. 

Wer steckt hinter dem Label Jhruza Records?

Dominic Plainer ist Art Director, Kevin Reiterer macht die Promotion und Presse. Johannes Dautzenberg ist Schatzmeister. David Buder managed das Booking und mein Aufgabenbereich ist die Durchführung der Produktionen.

Gab es kein passendes Label für dich in Wien? Immerhin ist Label-Gründen so was wie das neue DJing, jeder macht es.

Jhruza Records wurde 2006 gegründet, wir waren damals schon im Gespräch mit anderen Labels, aber der Prozess von Demo versenden bis zur Release brauchte uns viel zu lange! Ich denke, dass dadurch auch viele Anfängerfehler gemacht wurden und nicht alles optimal genutzt wurde, jedoch erreichten wir mit „Cloud Tissa – Ngoma“ eine gute Rotation auf FM4, eine Nr. 1 Platzierung in Kenia, sowie gute Airplays in ganz Europa.

In dem Video zu „Speckbrot“ schmilzt ein Eiswürfel und Himbeeren kommen zum Vorschein. Die Close-ups der Gesichter schauen aber eher drein, also ob sie “2 girls 1 cup“ sehen würden. Was ist da dran?

Ich denke, Clemens Kogler hat ihnen ein Urlaubsvideo von Natascha gezeigt, frag mich aber nicht, wo er das her hatte...

Was waren die mühsamen Schritte beim Gründen des Labels? Habt ihr euch von Anfang an um Förderungen bemüht? Anmeldeformulare? Beratungsgespräche? Und macht ihr das hauptberuflich?

Dummerweise haben wir uns bis jetzt noch um keine Förderung bemüht. Das ist auch die größte Hürde, die Finanzierung der Produktionen. Wir setzen auf unseren neuen Schatzmeister, dass wir das Label zum Hauptberuf machen können. 


Wie viele Releases sind bereits erschienen und was folgt?

Es gab bis jetzt 11 Releases darunter waren Tracks von: Lupo, Julian & der Fux, Fauna , Ken Hayakawa, Logic Circe, Robert M Schwarz, Stefan Sterzinger, Stephan Sperlich, 85% Polyester, Cloud Tissa und mir.

Bis jetzt sind die Veröffentlichungen von Jhruza Records nur digital erhältlich. Gibt es Pläne auch für Vinyl-Releases?

Bis jetzt gab es nur 2008 die „SuperSound“ auf Vinyl. Auch das ist eine Kostenfrage. Vinyl zahlt sich erst ab 500 verkauften Stück aus, davor gilt es als Promo.

 

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