kaffeehauskolumne
Kaffeehauskolumne #3 - 05.11.2009
Ein Wiener und „seine“ Kaffeehäuser: Wie und warum ich zum ersten mal in meinem Leben das bitter-schwarze Getränk zu mir genommen habe weiß ich nicht mehr, aber es dürfte recht früh gewesen sein, denn seit ich mich erinnern kann trinke ich Kaffee.
Wolfgang Pichler ist passionierter Kaffeehausbesucher und Kaffee-Gourmet, Kunstkritiker Journalist und Lebenskünstler.
bookmarks
Bei meinen Eltern zu Hause gab es immer nur Kaffee zum Frühstück und wenn beruflich möglich um 15 Uhr eine Kaffeejause. Schon mit etwa 16 Jahren war ich koffeinsüchtig, und habe in fast jeder Schulpause Kaffee und hie und da einen Energy-Drink zum „Drüberstreuen“ getrunken. Der Preis dafür war dann chronische Gastritis und die Empfehlung des Arztes auf Energy-Drinks ganz zu verzichten und den Kaffee „schwarz“ zu trinken. (Das ist angeblich magenschonender, weil Kaffee in Verbindung mit Milch scheinbar länger im Verdauungsprozess bleibt.) Nach einiger Zeit der Gewöhnung trank ich also Kaffee nur noch „schwarz“, dafür seltener. Von Energy-Drinks halte ich mich seither fern.
Sich im Kaffeehaus zu Hause zu fühlen lernte ich dann – dank billiger Tagesteller und „Knödeln mit Ei“ – in meiner Studienzeit. Schließlich ist es fast ein integraler Bestandteil der studentischen Lebensweise, zwischen oder nach den Lehrveranstaltungen oder auch sonst irgendwann, „auf einen Kaffee“ zu gehen. Vermutlich sind es die Studierenden, die von allen Bevölkerungsgruppen am häufigsten „auf einen Kaffee“ gehen. So wurde nach und nach ein Kaffeehausbesuch wann und wo immer es möglich war zur Gewohnheit, wobei ich es nie soweit brachte in einem bestimmten Cafe zu wohnen. Vor allem wohl deshalb, weil es mich je nach Laune und Stimmung nach den Besonderheiten und „Macken“ des einen oder anderen Wiener Cafes gelüstete. Außerdem war ich immer schon neugierig Neues zu entdecken und genieße die Vielfalt.
Heute lebe ich in einem Vorort von Wien und habe in jeder Gegend Wiens meine Lieblingscafes, die ich je nachdem wo ich gerade zu tun habe als Inseln der Ruhe und Treffpunkte nutze. Mittlerweile trinke ich nur noch bewusst zum Genuss Kaffee, der dann auch entsprechend gut sein muss, und im Alltag viel Schwarztee, den mein Magen bisher sehr gut verträgt.


Kommentar abgeben mit deinem thegap.at-Account