Tapetenwechsel?
04.12.2008
» story

In Memoriam Christoph Moser

von Thomas Weber  


Christoph Moser, unverwüstlicher Musikmensch, Propagandist von Bands wie Attwenger, Texta und Trio Exklusiv sowie CD-Compilator („Dancehallfieber“), ist im Alter von 46 Jahren gestorben. R.I.P.

Bild: Christoph_Moser_Hoanzl.jpg



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Was gestern Nacht als mutmaßliches Gerücht via SMS die Runde machte, wurde heute in einer offiziellen Aussendung des Labels und Vertriebs Hoanzl bestätigt: Christoph Moser ist am Dienstag, den 2. Dezember bei einem Badeunfall in Vietnam an einem unbeaufsichtigten Strandabschnitt tödlich verunglückt.

Christoph Moser hat nicht nur in den vergangenen 12 Jahren die Musikproduktion und -Distribution der Firma Hoanzl betreut und damit den zuletzt mit Abstand wichtigsten Indie-Vertrieb des Landes mit aufgebaut. Seit Jahrzehnten schon war der ehemalige Musikjournalist als launischer Lebemann, wilder Hund, mürrischer Tiroler, begeisterungsfähiger Musikmensch und zeitgeistresistenter Über-Genre-Grenzen-Blicker nicht aus der österreichischen Musik-Szene wegzudenken. Mit unzähligen Bands und Künstlern ist er ein Stück gemeinsamen Weges gegangen. Indie-Veteranen wie Texta, Attwenger, Fatima Spar oder das Jazz-Pop-Projekt Trio Exklusiv hat er nicht nur gefördert, gepusht und beraten, sondern ihnen mitunter auch weit über die Grenzen Österreichs hinaus geholfen.
Wie sich sein Tod auf die anspruchsvolle Indie-Landschaft Österreichs auswirkt, ist nicht abzusehen – dass er Auswirkungen hat, ist sehr wahrscheinlich. Denn Moser war mit seiner Energie und seinem Einsatz nicht nur unbeirrbar, sondern auch ein Motivator und Wegbereiter vieler Projekte, Initiativen und Kollaborationen. Hinzu kommt, dass er Hoanzl nach dem Niedergang der Major-Musikindustrie und infrastrukturellen Indie-Institutionen wie dem Musik-Vertrieb Ixthuluh zum führenden und wichtigsten Indie-Tonträger-Importeur des Landes aufgebaut hat.

Christoph war kein einfacher, aber ein sehr liebenswerter Mensch. Er wird nicht nur uns (die er oft mit konstruktiver Kritik bedachte), sondern der gesamten hiesigen Szene fehlen. Bleibt zu hoffen, dass es dem verbleibenden Musik-Team von Hoanzl gelingt, sein Erbe mit Spirit und in seinem Sinne fortzuführen.

Ein Nachruf auf FM4, verfasst von Boris Jordan.

 

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