Tapetenwechsel?
29.05.2009
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Game-Blog #13: Infamous

von Lisa Dittlbacher  


Sony präsentierte das neue PS3-Spiel "Infamous" mit Entwickler-Interviews und allem Drum und Dran in München. Lisa Dittlbacher sah sich die souveräne Mischung aus "GTA", "Fable" und "Crackdown" für The Gap in München an.

Bild: Infamous_Cover_Sony_PS3.jpg

Bild: Infamous_Sony_PS3.jpg



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Chaos, Verbrechen und Panik folgen einer vernichtenden Elektroexplosion. Empire City wird zwangsevakuiert, doch neben der Quelle der Detonation erwacht ein Mann - unverletzt und mit elektrischen Superkräften. Und nur bei ihm liegt die Entscheidung: Schlägt er sich auf die Seite der Verbrecher, oder wird er zum rettenden Helden?
 
„Wir wollten dem Spieler das Gefühl geben plötzlich Macht zu haben. Deshalb kann jeder entscheiden, ob er gut oder böse handelt.“, so Bruce Oberg, Mitgründer von Sucker Punch, die den PS3-Exklusivtitel produziert haben. Jede Entscheidung hat weitreichende Folgen und nicht nur einen erheblichen Effekt auf die Kräfte von Superheld Cole, sondern wirkt sich auch auf sein Aussehen, die Bewohner, die Stadt und natürlich die Missionen aus. Mehr als drei Jahre haben die Produzenten an Infamous gefeilt, „Wir arbeiteten allein zwei Jahre an Empire City, den Bürgern und intensiv an Coles Charakter. Zwei Leute aus dem Team taten nichts anderes, als zu ermöglichen auf jedes Gebäude zu klettern.“, beschreibt Bruce Oberg den Entstehungsprozess. Der Aufwand hat sich gelohnt, die düstere Atmosphäre einer verwüsteten Stadt kurz vor dem Untergang fesselt nach wenigen Spielminuten.

In der Welt von Empire City beherrschen die Gangs Reaper und Dustman die Straßen und erschießen alles, was sich bewegt mit Maschinengewehren, Raketenwerfern oder ganzen Geschützwägen. Verletzte Menschen liegen am Weg zu neuen Missionen auf drei Inseln, die man in beliebiger Reihenfolge spielen kann, um Stadtviertel zu erobern. Die bedrohliche Weltuntergangsstimmung wird durch Zwischensequenzen unterstützt, die in einem finsteren Comicstil gezeichnet sind, der an Frank Millers "Sin City" erinnert. Ansonsten wird der Spielfluss, da es keine Ladezeiten und automatisches Speichern gibt, durch nichts unterbrochen. Nicht nur beim Erobern der Inseln lässt der Open World-Klassiker "GTA" grüßen, die freie und dynamische Spielwelt, die Kontaktaufnahme mit den Nebencharakteren über Coles Handy, der kauzige, beste Freund, der mindestens so nervig ist wie Roman Belic - Niko und Cole haben einige Gemeinsamkeiten. Der größte Gegensatz zwischen GTA und Infamous ist die Fortbewegung. Autofahren ist mit elektrischer geladenem Körper zwar nicht drin, doch um schnell durch die Stadt zu reisen, kann der Superheld auf Schienen oder Stromleitungen sliden, durch die Luft gleiten, sich an Zügen festhalten und, im "Crackdown"- und "Assassins Creed"-Stil, auf Gebäude klettern. Das geht genauso schnell wie mit dem Auto und sieht noch dazu spektakulärer aus.

Jedes Gebäude erklimmen zu können ergibt nicht nur spannende Perspektiven, sondern auch die Möglichkeit aus dem Hinterhalt anzugreifen. Ebenso gut funktioniert es, sich mitten in den Kampf zu stürzen und dabei Schockwellen, Elektrogranaten oder Blitze auf die Gegner zu schleudern. Im Laufe des Spiels lernt Cole zahlreiche andere Energiekräfte, von denen einige nur dem Helden beziehungsweise dem Schurken vorbehalten sind, am Ende kann er sogar Gewitter auslösen. Durch das Aufleveln der Kräfte mit Erfahrungspunkten, die man für erledigte Gegner und Missionen bekommt, entsteht auch etwas Rollenspielflair. „Wir überlegten lange welche Superkraft für Cole geeignet ist.“, so Bruce Oberg. Die Abhängigkeit des Stadtmenschen von Strom, ließ die Wahl auf Elektrizität fallen. Damit der innere Speicher nicht ausgeht, liefert jedes Auto, jeder Strommast und jede Klimaanlage Energie zum Aufladen.

Aber trotz des vielen Lobs, hat auch "Infamous" kleine Makel. Aufgrund der großen, frei begehbaren Welt kommt es, sehr selten aber doch, zu Fehlern. Gegner bewegen sich nicht, oder verschwinden aus einem bestimmten Blickwinkel und teilweise hakt die Umgebung, während man in schnellem Tempo auf den Bahngleisen durch Empire City reist. Dennoch: die Umgebungsgrafik, die Spielphysik, das Charakterdesign und das unkomplizierte Gameplay sind beeindruckend. "Infamous" bietet nicht nur stunden- sondern tagelang Spielspaß und ist eine große Empfehlung.

 

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