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Die melancholische Energie
von Sandra Bernhofer
Am 19. Februar ist die Wiener Singer-Songwriterin Paper Bird in der Arge Kultur Salzburg aufgetreten und bot einem auf plüschige, rote Sofas gedrängten Publikum ein rundum stimmiges Konzert.
Fast unscheinbar wirkt die junge Frau, die sich ihren Weg auf die Bühne bahnt. Der Eindruck trügt aber: Paper Bird wird eineinhalb Stunden lang eine seltsam entrückte, fast andächtige Stimmung kreieren und dabei kraftvoller und fesselnder, aber auch schwermütiger denn je klingen. Mit im Gepäck: ihr letztes Album „Thaumatrope“, 2009 das favorisierte Album der TBA-Leserschaft. Die Gitarre, früher prägend für Paper Birds Schaffen, rückt bei den neuen Songs überwiegend aus dem Fokus, macht Platz für atmosphärisch-filigrane Einschübe, die anschwellen bis sie den Saal zum Beben bringen. Da wird Pferdegalopp gleichermaßen zur Grundstruktur einzelner Songs wie das Klicken einer Kamera, das sich im Viervierteltakt vernehmen lässt. Darunter mischen sich Versatzstücke aus Alltagsgeräuschen und Gesprächen. Es wird gepfiffen, gestampft und zu Klängen von Klavier, Akkordeon und Akustikgitarre im Takt geklatscht.
Im gleichen Ausmaß wie die Soundcollagen anschwellen, schwillt auch die Stimme von Anna Kohlweis, wie Paper Bird mit bürgerlichem Namen heißt, an. Zerbrechlich-eskapistische Hysterie im Stile von Björk oder CocoRosie weicht einer melancholischen Energie im Stile von Regina Spektor. Unter dieser Synthese aus Energie und Melancholie und liegt immer eine ordentliche Portion Electro. Bei „I Want You“, einem der Höhepunkte des Abends, hopst Paper Bird schließlich von der Bühne und adressiert das Lied scheinbar direkt an ein in ehrfürchtigem Halbkreis vor der Bühne stehendes Publikum. Alles in allem ein gelungener, in rotes Licht getränkter Abend in seltsam entrückter Stimmung.
www.paperbirdmusic.com
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