making-of eines musik-imperiums
Crunchtime #2: Day One - 0
Der 360-Grad-Ansatz der Firma lässt das Crunchtime-Team ganz schön schwitzen. Mitte Dezember stand der erste persönliche Belastungstest an.
Teil zwei der Serie Making-of eines Musik-Imperiums.
Crunchtime ist seit Ende 2008 nicht mehr - nur - Party und loser Zusammenschluss von Musikern, sondern eine Firma. Wie lässt sich über ein globales Netzwerk von mehr oder weniger Gleichgesinnten über Umwege mit Musik auch im Zeitalter nach der Compact Disc und klassischer Vertriebskanäle genug Geld zum Überleben machen? The Gap begleitet Crunchtime 2009 bei diesem Abenteuer von Ausgabe zu Ausgabe.
www.crunchtime.at
Quelle: The Gap 094
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Wo wir stehen
Die Firma ist erst einmal als OG eingetragen, hat eine Steuernummer und gibt fleißig Departure-Fördergeld fürs Marketing aus. Ernüchternderweise kann ich euch aber versichern, dass wir alles fein säuberlich abzurechnen haben und somit wohlüberlegt sein will, wohin die Euros rollen. Zu unserer Kick-Off-Party am 18. Dezember haben wir zum Beispiel statt schlichten Flyern kleine Visitenkarten mit Gutschein-Codes bedruckt, die man dann gegen Songs auf unserem frisch gelaunchten Zero“-Partner-Shop auf www.crunchtime.at (oder auch direkt bei www.zero-inch.com) eintauschen konnte. Die Kooperation mit Zero“ war von langer Hand geplant und dann im Rahmen der Umprogrammierung unseres Crunchtime-Blogs doch eine absolute Last-Minute-Aktion. Aber mit dem MP3-Store um die Ecke kann man es ja machen! (Ein fettes Dankeschön ist durchaus angebracht.)
Deadlines. Ohne geht‘s nicht.
Da wir uns selbst ganz gut kennen, hatten wir den 18.Dezember nur so zugepflastert mit Deadlines. Die neue Crunchtime-Website sollte online gehen. Eine spontane Mini-Fotoausstellung in der Play.FM-Lounge stand um 20 Uhr auf dem Programm: Lena und ich spießten Fotos auf eine riesige Weltkarte und stellen geografische Zusammenhänge her, die eigentlich irgendwie Sinn machen sollten. „Ah, das da war bei der Show in Austin, Texas. Wir waren total blau“, erinnern wir uns grinsend. Eigentlich hätten alle Leute, die sich die Fotos dann später angeschaut haben, bei der Pin-up-Action dabei sein sollen. Wie ein Film lief das letzte Jahrzehnt vor meinem inneren Auge ab und des Öfteren gab‘s nette Geschichten zu den Shots: Die angegliederte Crunchtime-Familie hat doch ein großes Netz gespannt.
Neben Spaß und Kurzweil galt es aber auch, den Website-Launch nicht aus dem Auge zu verlieren. Unser Mann Rasda saß brav in Berlin und schob die Seite auf den Server. Es ist allerdings nicht ratsam, zwischen Beta Phase und Going Public nur einen Zeitpuffer von einer Stunde zu haben. Crunchtime nennt man das. Wann, wenn nicht jetzt. So geschah aber dann das Unglaubliche: 19:53 Uhr, alle Fotos hingen schief und krumm herum – und crunchtime.at stand im Netz. Jetzt schnell noch ein Bier zur Vernissage und es konnte zum nächsten Schauplatz gehen. Schon um 21 Uhr sollten sich die Tore zu unserer Crunchtime-Kick-off-Party im Fluc öffnen. Lenas und meine Wege trennten sich. Ich musste lediglich noch die Waschzettel für die Crunchtime-Compilation vervielfältigen und zurechtschneiden, dann nach Hause, alle Weihnachtsgeschenke und ein paar frische Unterhosen einpacken und ins Fluc fahren. Weihnachtsgeschenke? Ja, ich war quasi auf der Durchreise. Nach der Crunchtime-Party sollte es nämlich gleich zum Flieger nach Bukarest gehen, um da noch einen Workshop und einen weiteren Gig über die Bühne zu bringen. Am darauffolgenden Tag stand die Ostsee auf dem Plan: zehn Tage Weihnachtsurlaub!
Ich persönlich kann gut auf solch einer Welle mitschwimmen. Alles geht sich aus und am Ende des Tages fressen sich die Deadlines gegenseitig auf. Viel geschafft.
Völlig gelassen betrat ich mit meinem Reisegepäck das anfangs recht leere, aber dafür wunderschön vom Sound:frame-Team und Fritz Fitzke visuell bespielte Fluc. Brenk an den Turntables, vollgestopfte Backstage und die Familie um sich versammelt. Ein endloses Line-up: Dorian Concept spielte sich ein und als dann Cesar und Stereotyp dazu kamen, erlebte Wien einen selten schönen Tritone Live Gig. Jetzt war doch allen klar, wo sie waren. Ein Get Together von Talenten, die diese Stadt der Welt zu bieten hat.
Derweil produzieren Stereotyp und Cee Remixes für Mad Decent, das Ku Bo-Album für Man Recordings ist so gut wie fertig und die Crunchtime Family wird auch dieses Jahr wieder bei Gilles Peterson’s Worldwide Festival in Singapur und Sete dabei sein.


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