Tapetenwechsel?
07.08.2013
» clubkultur

Clubkultur Sommergespräch, die Zweite

von Jonas Vogt, Stefan Niederwieser  


Clubs veranstalten in Wien ist kein Zuckerschlecken: Man reserviert eine Venue, verhandelt mit Bookern, macht Promo, investiert eigenes Geld. Und weiß letztlich nie, wie voll es wirklich wird. Wir haben uns mit den Betreibern von Icke Micke und Prasselbande getroffen, um mal zu fragen: Wie läuft das denn überhaupt so ab, das Veranstalten?

Bild: Bildschirmfoto_2013-08-13_um_11.03.52.png

Bild: Joya_02.jpg

Bild: photo_Kopie.JPG

Bild: photo_01.JPG


Joya

JOYA ist Österreichs Soja-Pionier. Die Produkte entsprechen stets dem Versprechen: ohne Aromastoffe, ohne Gentechnik, dafür 100% Natur. Natürlich kommt dabei auch der Genuß nicht zu kurz. Mit Crèmesse bietet JOYA die erste pflanzliche Alternative zu herkömmlichem Sauerrahm. Vegan und genauso für süße wie herzhafte Speisen zu verwenden. Crèmesse setzt auf garantiert gentechnikfreie Sojabohnen aus österreichischer Vertragslandwirtschaft. Erhältlich bei Merkur und Zielpunkt im Kühlregal für 1,29 €.

Alles lesen Weiter


social widgets
Sharen, Bookmarken etc.:





Dieser Artikel ist mir was wert:

Das Thema (Wiener) Clubkultur beschäftigt uns bei The Gap ja laufend. Wir hatten z.B. zwei Jahren eine große Coverstory zu dem Thema – mit der Conclusio, dass die Wiener Clubkultur wächst, das aber für die einzelnen Veranstalter durchaus mit einem Risiko verbunden ist. Letztes Jahr haben wir beim Clubkultur-Sommergespräch mit den Betreibern von Rhiz und Morisson zusammengesessen.

Jetzt zäumen wir das Pferd mal von der anderen Seite auf. Wir haben uns zwei Clubveranstalter – eine Position, die in der öffentlichen Meinung zwar oft synonym zum Clubbetreiber verwendet wird, aber nicht dasselbe ist – zum Gespräch geladen. Die Sommerpause ist eine gute Gelegenheit, mit ihnen mal ganz grundsätzlich über Werdegang, Status Quo und Bookings zu reden. Auf der einen Seite: Markus Blahus von der Prasselbande, der seit drei Jahren regelnäßig in Wien veranstaltet. Und auf der anderen Seite fast eine Veteranin: Tanya Bednar aka Tibcurl vom legendären Icke Micke, das in einer Zeit entstand, als es in Wien noch keine Pratersauna, keine Forelle und keinen Morisson gab. Im Juli kehrte die Reihe zweijähriger Abstinenz nach Wien zurück.

[Wie immer der Transparenz-Hinweis: Diese Geschichte erfolgt mit der Unterstützung der Marke Joya, die Soja-Produkte herstellt und vertreibt. Eine redaktionelle Einflussnahme gab es nicht.]

Danke an Lukas Traber für die Transkription.

 

The Gap: Es ist ja fast schon Oral History. Aber erzähl mal, wie es damals mit Icke Micke angefangen hat.

Tanya Bednar: Damals war noch alles recht einfach. Wir haben 2003 in der Künstlerhauspassage angefangen. Wir hatten Glück mit der Location – mitten in der Innenstadt und wir konnten trotzdem laut sein und bis 10 Uhr morgens Party machen. Ich hab auf der Akademie studiert, und wir haben die Location ursprünglich angeboten bekommen, um dort Kunst zu machen. Nachdem das keiner sehen wollte, sind wir dann zu Lounge-Abenden übergegangen. Dann ist es plötzlich explodiert und wir waren Clubveranstalter.

Ihr wart die Einzigen die dort so laut sein durften, oder? Ich glaub das E-Nix hatte damals frisch angefangen und dort immer Probleme mit Lärm.

Bednar: Wir waren halt die Ersten dort, insofern hatten wir gewisse Vorrechte. Wir hatten auch Andi, den Tontechniker vom Flex. Dem hat es irrsinnig gefallen das er mitmachen kann. Der hat viel am Sound rumgeschraubt, war eigentlich immer dabei und hat geschaut, dass der Sound optimal bleibt und auch nicht zu arg wird.

Markus Blahus: Was für Musikrichtungen habt ihr am Anfang gespielt?

Bednar: Wir hatten immer Minimal-House als Grundlinie, aber auch vieles andere. Bei uns ging es eher darum, ob uns der Act gefällt. Jamie Lidell hat ja auch bei uns gespielt. Icke-Micke-Klassiker waren zum Beispiel DJ Koze oder die Wighnomy Brothers.

Hattet ihr viel Laufpublikum?

Bednar: Ja. Jeder war irgendwann am Abend mal in der Nähe, und es hat ja nur 5 Euro Eintritt gekostet. Deshalb ist jeder irgendwann vorbeigekommen. Wir hatten über den Abend gezählt fünf- bis sechshundert Leute.

Es gab ja auch nicht viel, was man sonst hätte machen können.

Bednar: Es gab damals in Wien quasi nichts. Das Technocafe war 2003 am Ende, und Crazy war am Dienstag. Wir sind regelmäßig an Freitagen in Wien herumgehangen und haben uns gefragt, was man machen kann. Die Lücke war einfach so riesig, dass wir uns dachten: Ok, wir ziehen das jetzt durch. Das war mehr Zufall. Wir haben nicht gesagt: „Wir machen jetzt eine Party-Serie!“

Ihr habt das wöchentlich im Sommer gemacht, oder?

Bednar: Von Ende Mai bis Mitte September, ja. Und weil es halt so wenig gab, war es locker immer voll.

Markus, wärst du daran interessiert eine wöchentliche Partyreihe zu machen?

Blahus: Glaube nicht, nein. Ich merke schon wie schwer es ist, eine monatliche Partyreihe zu haben und noch was anderes, in anderem Rahmen und anderer Location zu machen. Man kann auch seine Freunde nicht immer zwingen vorbeizukommen.

Wann und wo habt ihr angefangen?

Blahus: Unsere allererste Party war im Mai 2010 in einem Aussie-Pub im 6. Bezirk. Man konnte den Keller anmieten, und es gab eine Mindestkonsumation von ca. 300 Euro. Wir waren drei Klagenfurter und ein Wiener, die noch keine speziellen Connections hatten, und wollten eigentlich nur mal in Wien auflegen. Die Party ist dann komplett aus dem Ruder gelaufen. Die Nachbarn im ersten Stock haben sogar Wasserkübel auf die Leute geleert.

Bednar: Wie kam es zu diesem Erfolg?

Blahus: Wir hatten alle relativ große Freundeskreise. Und unser Logo, das uns ein befreundeter Designer aus Norwegen gemacht hat, und unser Web-Auftritt haben gut gewirkt. Die Sticker haben schnell überall geklebt.

Im zweiten Teil: Geeignete Promo, das Publikum im Leopold und abgedeckte Plattenlabels.

 

senf à la social media