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Yeasayer - Odd Blood

Yeasayer - Odd Blood

Bewertung

Redaktion: *****

Autor: Nikolaus Ostermann

Erschienen bei: Mute Records/Secretly Canadian



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Aus Brooklyn kommt dieser Tage jede zweite Band der Stunde. Eine davon ist Yeasayer, die mit ihrem zweiten Album „Odd Blood“ auf einem schmalen Grad zu wanken scheinen, im Endeffekt aber trotzdem vieles richtig machen.


Mit dem Erscheinen ihres Debütalbums „All Hour Cymbals“ im Jahr 2007 und den darauf folgenden Konzerttourneen als Support für MGMT oder Beck etablierten sich Yeaysayer schnell als Größe der Pop-Avantgarde. Eine Bezeichnung, wie sie vergänglicher nicht sein könnte. Was tut man in so einem Fall? Man lässt ein wenig Zeit verstreichen und schlägt dann eine komplett andere Richtung ein, mit der man Fans vor den Kopf und gleichzeitig durch den Feuilleton gen Himmel stößt. Yeasayer zappeln auf ihrem neuen Album „Odd Blood“ durch einen Gemischtwarenladen Mitte der 80er Jahre, in dem sich hochgepitchte Vocals und Synthiesounds bis zur Decke stapeln. So weit, so unspannend. Aber eben nicht alles. Wo die freakigen Klanglandschaften von Animal Collective enden, denken Yeasayer konsequent weiter in Richtung Pop. „Wir haben begonnen, eine Menge Dancehall und Dubstep zu hören, das hat uns bei der Abeit an ‚Odd Blood‘ sicherlich inspiriert”, sagt Chris Keating, Sänger von Yeasayer. „Wir wollten mit unserem Sound in eine elektronische Richtung gehen, schwerere Bässe, Songs für die Tanzfläche.“ Das hat gesessen und macht das zweite Album der New Yorker zur überdrehtesten und wahnwitzigsten Popplatte, die das noch in den Kinderschuhen befindliche Jahr 2010 bis jetzt zu Ohren bekommen hat.
Die zeitgemäß-vorab-gratis-digital-erhältliche-Single „Ambling Alp“ ist die natürlich auch die beste Nummer des  Albums und geht unwiderstehlich ins Ohr, wo nicht nur die vor Optimismus sprühenden Zeilen des Refrains – „Stick up for yourself, son / Never mind what anybody else done“ – unweigerlich hängen bleiben. Alles tanzt wild, bis auf den schleppenden Opener „The Children“, das abrundende „Grizelda“ zum Schluss und – mehr für den Slowdance in den frühen Morgenstunden geeignet - das astreine Liebeslied „I Remember“. Eine komplizierte Platte, die es nicht leicht macht sie zu mögen und oft überladen wirkt. Aber sie wirkt, wenn man sie nur lässt. Damit dürfte sie eine sehr beachtliche Halbwertszeit entwickeln.

(8/10)




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