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William Hazlitt - Vom Vergnügen zu hassen
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Die Essayistik gehört zu jenen literarischen Gattungen, die im Verlagswesen allzu oft ignoriert oder bestenfalls als Stiefkind behandelt werden. Umso erfreulicher, dass der Grazer Droschl Verlag diese Kunstform mit einer eigenen Reihe zu fördern versucht. Kostengünstige Büchlein sind das, die in ihrer Handlichkeit stark an die – aus Schulzeiten leidlich bekannten – Reclam-Hefte erinnern, in Sachen Layout aber weitaus liebevoller gestaltet sind. Mit Erscheinen des inzwischen 58. Bandes sind nun zwei Essays des britischen Romantikers William Hazlitt erstmals auf Deutsch zugänglich: „Über den Geldmangel“ und „Vom Vergnügen zu hassen“. Nicht allein deshalb, weil hier zwei scheinbar zeitlose Themenkreise verhandelt werden, lohnt sich die Lektüre der gut 80 Seiten. Auch die stilistische Frische des Autors überrascht, wenn man bedenkt, dass beide Texte knapp 200 Jahre auf dem Buckel haben. Ausgehend von sehr persönlichen Ansätzen und pointierten Beispielen sinniert Hazlitt über subjektive Befindlichkeit und gesellschaftlichen Status von Menschen, die an akutem Geldmangel leiden, und spekuliert über Gründe, warum Ablehnung und Fortschritt ganz nah beieinander liegen: „Ohne etwas zu hassen, würden wir die eigentliche Triebfeder des Denkens und Handelns einbüßen.“ Selbst wenn Passagen im Detail antiquiert scheinen, belegen Erkenntnisse wie „Wörtlich und wahrhaftig, man kann sich in dieser Welt nicht wirklich durchschlagen ohne Geld“ unbestreitbare Aktualität. Lapidare wie gravierende Einsichten.
(6/10)
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