Tapetenwechsel?
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review - musik - album

Various Artists - Kitsunè America

Various Artists - Kitsunè America

Bewertung

Redaktion: *****

Autor: Thomas Wieser

Erschienen bei: Kitsunè

VÖ: 07.05.2012





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80er-Synthsound, waviger Indiepop und Käsehouse für Leute denen Musik nicht ganz egal ist, ihr Outfit aber wichtiger.


Wenn das französische Hipsterlabel Kitsunè seinen Freunden und Geistesverwandten in der neuen Welt einen eigenen Sampler widmet klingt das - wenig überraschend - auch nicht groß anders als das, was sie sonst so liefern. Nicht das die Bandbreite des Labels gering wäre. Aber egal ob Gitarre oder Synthie, auch an den entgegengesetztesten Enden des Kitsuniversums finden sich weitgehende Übereinstimmungen in Gestus und Style. Übertriebene Härten gibt es auf der Compilation jedenfalls nicht mehr, auch wenn zwischendurch der Bratzbass oder sowas wie eine Punkgitarre eingesetzt wird, klingt das so stromlinienförmig und ein wenig gebremst wie der ganze indiepoppige oder wavige oder 80er-lastige oder auch mal housige andere Kram. Als würde das alles von Leuten gemacht, die ihr gesamtes bisheriges Leben auf einer nicht ganz konsequent durchgezogenen Bad Taste Party auf der Yacht eines reichen Freundes verbracht haben.

Sehr weiß und auch in den „wilderen“ Momenten eher nur so mit einer vagen Vorstellung von dem was Leidenschaft sein könnte, durchgezogen. Das Selbstbewusstsein mit dem hier leichtfüssig und nicht uncharmant der Kitsch zelebriert wird, lässt einen aber nicht einen Augenblick daran zweifeln, dass diese Leute einen Plan von dem haben, was sie tun und das das genauso geworden ist wie sie es haben wollen. Und einiges ist ja dann doch ganz witzig wie Giraffes „Even though“ das sich anhört wie Hudson Mohawke nach einer 80er-Komödien-Überdosis, oder das angeschwülte Acid House-Update “If you like it“ von White Shadow. Childish Gambino (Donald Glover, der rappende, singende, schauspielernde Vollblutkomödiant den manche vielleicht aus der großartigen Comedyserie „Community“ kennen) verfolgt mit seinem mediokren Liebeslied „Heartbeat“ dagegen wohl einfach das Ziel einen Schritt weiterzukommen auf dem Weg zur Spitze. In zwei Jahren müsste der Typ größer als Jesus sein, wenn alles mit rechten Dingen zugeht. Auch wenn sein aktuelles Album nicht eben nur super weg kam.

(4/10)




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