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Thierry Jonquet - Die Haut, in der ich wohne
Ein junger Mann wird entführt, eine junge Frau gefangen gehalten, der verletzte Bankräuber versteckt, die Psychotikerin sediert – und alle werden sie belauert von Mygale, der Vogelspinne. Das mit parallelen Geschichten auffahrende Szenario des französischen Ex-Ergotherapeuten und -Trotzkisten Jonquet wird peu a peu zu einem existenzialistischen /roman noir/ gefügt. Zwischen Paris und der Normandie, Plastischer Chirurgie und Psychiatrie pendelnd, macht ein Stararzt junge Beute, die er in Kellern, Boudoirs und Hotelzimmern gefügig modelliert. Das Sadismusmotiv der Lifting-Koryphäe, von seinen subtil gefolterten und mit Opium gegängelten Opfern Mygale genannt, liegt in der traumatischen Jugend seiner darob wahnsinnigen Tochter. Nach den Klinikbesuchen bei ihr zwingt der Chirurg seine gefangene „Geliebte“ zu SM-Sex mit Fremden, den er durch Einwegspiegel teilnahmslos beobachtet – ehe er selbst bedroht wird. Der mehrfach preisgekrönte Krimiautor Jonquet spannt seelisch und körperlich deformierte Existenzen in mehrperspektivischen Erzählbewegungen zu einem Rollen umkehrenden Ensemble auf engstem Raum. Ein um Rache kreisender, beklemmend düsterer Psychothriller, den Pedro Almodóvar verfilmen wird.
(6/10)
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