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Rustie - Glass Swords
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Rostet und rastet nicht - Der schottische Jungspund lässt auf seinem Debüt wenig anbrennen und verbasst (sic!) dabei dem britischen Untergrund einen poppigen Anstrich.
Ein halbes Dutzend EPs liegen hinter dem recht flott als Wunderkind abgestempeltem Russel Whyte, den Bassjüngern wohl eher als Rustie bekannt. Nun kommt doch noch, was kommen musste: sein Debütalbum »Glass Swords« auf dem Kultlabel Warp. Der junge Schotte wurde gemeinsam mit u.a. seinem Freund und Beat-Padawan-Kollegen Hudson Mowhawke in den letzten Jahren für einen vielschichtigen, an HipHop und Sci-Fi-Elektronik geschulten Stilmix bekannt, in dem metallische Snares, funky Bässe, breite Synths, Sample-Pitching-Cut-Ups und ein unruhiges Bassdrum-Fundament auf eine ziemlich einmalige Weise aufeinander trafen – und sorgte schnell für großes Aufsehen in den einschlägigen Kreisen. Remember Aqua-Crunk? Glitch Hop? Post Dilla Action? Wonky? Ah ja, der Begriff »wonky« verschwand dann bald wieder aus dem Feuilleton. Aber nicht aus der Welt. Dort wurde eifrig weiterentwickelt. Das Debüt zündet – um dann alsbald die ersten Durchhänger zu erzeugen. Diese Durchhänger begegnen einem dann des Öfteren – doch keine Sorge, an jenen Stellen, wo man an Weiterzappen denkt, zaubert Rustie die nächste Keyboard-Collage an die Wand und wirft einem die nächste Bassline-Salve um die Ohren. Man möchte fast glauben, dass er diese »Durchhänger« ausschließlich als Stilelemente verwendet, um eben jeden einzelnen Song so immer wieder auf neue Umlaufbahnen lenken zu können. Gerade dieser Effekt ist es, der »Glass Swords« so spannend macht. Stop-Motion. Stop. Motion: Der Drumcomputer und das Keyboard werden aufs Äußerste ausgereizt; der Groove des ganzen Albums sucht heutzutage seinesgleichen. Keine Frage, am Anfang wirkt »Glass Swords« maßlos überladen, zu rund und schlichtweg zu cheesy, der Hauptgrund für Letzteres sind nicht zuletzt die zersampleten Vocoder-Wortfetzen, doch insgesamt schenkt einem Rustie hier wahrlich einige Perlen der verschiedensten Schulen der sogenannten »danceable UK bass music«, ein Genremix der so weit gefächert ist, dass manch Pfau eifersüchtig würden könnte. So wie auch auf »Glass Swords«.
Autor: Kevin Reiterer / Stefan Niederwieser
(8/10)
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