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Robert Brack - Schneewittchens Sarg
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Im Hamburger Szene-Viertel Altona ist die Hölle los.
Zum einen geht der Polizei immer wieder der Chef der „Dänischen Befreiungsfront“, einer Spaß-Guerilla, durch die Lappen, zum anderen finden sie im Keller einer ehemaligen alternativen Lebensgemeinschaft die Leiche eines bildhübschen Mädchens. 20 Jahre lag es dort begraben. Die Detektivin Lenina Rabe wird in ihrem dritten Fall gebeten, beide, scheinbar unabhängigen, Fälle zu lösen. Im Stile eines Philip Marlowes lässt Robert Brack seine Detektivin um die ehemalige Kommune „Sozialfabrik“ kreisen, denn in den umliegenden Nobelbuden leben noch einige verbürgerlichte Aktivisten von damals. „Schneewittchen“, so wurde die Tote mit den pechschwarzen Haaren genannt, hieß in Wahrheit Vera. Der attraktive Eindringling in die „Sozialfabrik“ wirbelte gehörig Staub auf – bis er spurlos verschwand.
Je intensiver Lenina Rabe nach dem Schneewittchen-Mörder sucht, desto mehr kommt sie auf die Spur des Jux-Performancers. Sehr elegant und vor allem ohne zu verurteilen beschreibt der Autor wie sich die Wege junger Idealisten trennen, die jedoch nie ihre Vergangenheit ganz abschütteln können. Dass hinter der „Dänischen Befreiungsfront“ ein ehemaliges Kommunenmitglied der „Sozialfabrik“ steckt, zeigt, dass mit ein bisschen Esprit auch noch heute die Politik ins Wanken geraten kann. Und das „Schneewittchen“? Das hatte noch 20 Jahre nach seinem Tod einen großen Auftritt, bis sich ihr Sarg für immer schließt
(7/10)
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