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Josef Winkler - Poppongi
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) Der Ackermann aus Kärnten ist tot. Die übermächtige Vaterfigur, von der sich der Autor Josef Winkler sein Leben lang frei zu schreiben versucht hat, ist 100jährig verstorben. Die Nachricht vom Tod des Patriarchen, der sein Dorf nur für sechs Kriegsjahre verlassen hat, der nur für die Arbeit lebte und sich mit 95 noch einen Traktor kaufte, erreicht Winkler in Japan. Eine Rückreise ist bis zum Begräbnis nicht mehr möglich. So hat sich der Wunsch des Vaters erfüllt, der Sohn, der mit seinem Schreiben Schande über die Familie gebracht hat, möge seinem Begräbnis fernbleiben. Das Requiem für den Vater baut somit auf die Imagination, wie zu Hause die hohlen katholischen Totenrituale abgespult werden, die Winkler in seinen bisherigen Werken so detailreich beschrieben hat. Roppongi greift auf die alten Winklerschen Bilder zurück, die er in seiner kühlen Sprache und in verschachtelten Sätzen wie Litaneien wiederholt und variiert: Das kreuzförmig angelegte Heimatdorf oder der Strick, an dem am Nachmittag noch Kälber aus dem Mutterleib gezogen wurden und an dem sich in der Nacht einer erhängt. Diese Themen aus dem Frühwerk des Autors werden gegen Beschreibungen hinduistischer Verbrennungsrituale montiert, die er in etlichen Aufenthalten im indischen Varanasi beobachtet hat. Der Abschied ist unerwartet versöhnlich ausgefallen. Offen bleibt, ob die Befreiung vom Vater eine neue Phase im Schaffen des Autors einläutet.
(8/10)
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