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Hannelore Cayre - Der Lumpenadvokat
Christophe Leibowitz, ein emporgekommener Kleinbürger, gehört nicht zur großen Pariser Anwaltswelt. Ohne Kanzlei und ohne Lobby muss er sein Leben fristen. Er ist Pflichtverteidiger in Schnellverfahren, wo er Randgestalten aus dem Pariser Milieu vertritt, und so selber zu einer wird. Plötzlich bekommt er von einem betuchten aber linkischen Kollegen das Angebot unterbreitet für ihn zu arbeiten. Von einem Tag auf den anderen hat er ein sattes Einkommen und findet sich in der gutsituierten Gesellschaft wieder. Aber der schnellerlangte Wohlstand könnte bald versiegen, wenn er nicht einen riskanten Deal eingeht: Als Doppelgänger für einen Bankräuber soll er einige Jährchen ins Kittchen, kassiert dafür jedoch zwei Millionen Euro ab.
Ohne ihren Charakteren barocke Lasten oder pseudopsychologische Einfältigkeiten aufzuhalsen, veranschaulicht die Autorin die rüde aber nicht humorlose Welt der geächteten Pflichtverteidiger, der gescheiterten Immigranten, der Luden und der Huren und natürlich der Menschen, die nichts besseres zu tun haben, als andere herabzusetzen. „Der Lumpenadvokat“ schließt an die amerikanische /roman noir/-Tradition an und so schreibt sich Hannelore Cayre ohne viel zu fackeln in eine Männerdomäne hinein. Der Liebhaber hartgesottener Krimis kann sich freuen: Drei weitere Fälle rund um den rüden Christophe Leibowitz sollen folgen.
(7/10)
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