Tapetenwechsel?
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Garish - Wenn dir das meine Liebe nicht beweist

Garish - Wenn dir das meine Liebe nicht beweist

Bewertung

Redaktion: *****

Autor: Wolfgang Smejkal

Erschienen bei: Schoenwetter



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Traum-hafte Breitseite

Den Burgenländern ist eine reife, große Platte gelungen: 40 Minuten voller sanft schaukelnder, zeitloser Vergänglichkeit, die sich lustvoll mit der Play-Taste in Erinnerung rufen lässt.


Garish sind einfach nicht so wie die anderen. Für sie scheint es die Welt, in der wir leben, nicht zu geben. Alles in ihrer Musik dreht sich um Sehnsucht, Poesie und Verlangen, anheimelnde Töne und assoziative Texte verschmelzen in klugen Arrangements zu einem ganz privaten Universum. Soweit, so bekannt und gut. Im Gegensatz zum starren, formalen Popkonzept des Vorgängeralbums „Parade“ aus 2007 verströmen die Burgenländer nun wieder – auf ihrer mittlerweile fünften Platte – eine fast schon mystische Intensität und experimentelle Leichtigkeit, an der die Rückkehr ins Cselley-Mühle-Studio und zu ihrem Haus-Produzenten Thomas Pronai sicher nicht unbeteiligt war. „Vieles von dem, was auf dieser Platte ist“, erzählt Sänger und Texter Thomas Jarmer, „hätten wir uns früher nicht zugetraut, wegen der ständigen Unklarheit, was sich die Band eigentlich erlauben darf. Soviel Platz für Zufälle und Experimente wie diesmal haben wir noch nie zugelassen.“
Von den ersten Zeilen des Openers »Dann fass ich mir ein Herz« – einem der großartigsten deutschsprachigen Liebeslieder seit Langem, das jetzt schon als Garish-Klassiker gelten darf – bis zum mit großer Geste arrangierten Finale von „Wir warten“ geben sich Garish in ihren elf neuen Liedern viel Raum für instrumentale Spielereien mit Akkordeon, Blech, Gitarren, Glockenspiel und Geige, die aber immer von Jarmers gereifter, herzerwärmender Stimme sanft beherrscht werden. Was aber auch zur Folge hat, dass die Platte aufs erste Anhören nicht so zugänglich ist, wie man es vielleicht erwartet. Diese Lieder brauchen erst Luft zum atmen, sind nichts für den schnellen Konsum, ansonsten könnte man schnell genervt sein von soviel unfass-baren Klängen, bei denen nicht immer klar ist, von welchem Instrument sie gerade erzeugt werden. Wer sich darauf einlässt, für den wird „Wenn das meine Liebe nicht beweist“ zu einer flüchtigen Illusion, die einen mit ihren gewitzten Textfragmenten beim Vorüberschweben mitten ins Herz trifft.

(8/10)




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