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Einzelkind - Harold
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Der Autor dieses böse funkelnden Romans mag unbekannt bleiben, das Protagonistenduo aber schließt man bald ins Herz: Der sympathisch verhaltensgestörte, intellektuell und modisch retardierte Harold ist 49 Jahre alt, als er seinen Job als Wurstfachverkäufer in London verliert.
Sein Hobby, sich einmal im Monat aufzuhängen, lässt ihn der von der Nachbarin zur Betreuung anvertraute elfjährige Genius namens Melvin noch diversifizieren. Während Harold – das ganze Buch über stumm – das unerschrockene IQ-Monster auf der Suche nach dessen Vater quer durch England und Irland begleitet, wirft er sich aus einem Erdgeschoßfenster, versucht sich als Huhn kostümiert im Schwulenpool zu ersaufen usw. Gemeinsam überleben sie auch den LSD-Trip in einer Galerie und Hooliganattacken, überfahren die Queen und haken etwa den boxenden Puffhausmeister sowie den mafiösen Hisbollah-Abkömmling als Väter ab. Ein schlichtweg grandioses Buch maliziösen Zynismus vom Feinsten, das auf Fortsetzung hoffen lässt.
(10/10)
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