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Edward P. Jones - Hagars Kinder
Seit er für sein Romandebüt über einen schwarzen Plantagenbesitzer, der als ehemals freigekaufter Sklave nun selbst zum Unterdrücker geworden ist („Die bekannte Welt“) 2004 den Pulitzerpreis erhielt, wird Edward P. Jones als einer der profiliertesten Porträtisten der afroamerikanischen Bevölkerung gehandelt. Auch in seinem jüngsten Erzählband stehen „Hagars Kinder“ im Mittelpunkt, wobei Hagar als die biblische Urahnin aller Farbigen gilt. In 14 Geschichten, die einen weiten Zeithorizont spannen und mit brustkrebskranken Sergeants und rührseligen Mördern, jungen Mädchen und alten Weiberhelden ein ebenso weitreichendes Figureninventar abdecken, begibt sich der Autor erneut auf die Suche nach Ursprung und Identität der „black community“ – abseits abgegriffener Südstaatenklischees. Allerdings scheinen manche der durchwegs wuchtigen Plots den Rahmen der kleinen Form zu sprengen, weshalb Jones zuweilen extrem verdichtet, im Erzählfluss wild mäandert und nur schwer zu entwirrende Personengeflechte strickt. Trotzdem: Erfrischend originelle Prosa zu einem nicht allzu taufrischen Sujet.
(7/10)
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