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David Schalko - Wir lassen uns gehen
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Vom Böheimkirchener Jesus, der zu Weihnacht wie andere falsche in eine Klinik überstellt wird, bis zu den Neuseeländer Vogelraritäten für die Perverse Cuisine, die selbst bekocht werden: Mit dem aus Nostalgiewelten und Realgegenden stammenden Personal der 20 Kurzgeschichten wechseln Genre, Stil und der Grad der Realitätsüberzeichnung, das Tempo indessen bleibt rasant. Schalko lässt den koksenden TV-Moderator jagen, den Präparator Tauben genauso jäh vereisen wie den Jarvis Cocker-Verschnitt, oder den Tennistrainer für bloß drei Sekunden die Zukunft vorhersehen. Kindheitserinnerungen und vor allem mit Karrieren überwachsene Ursehnsüchte sind es, die in den ideendichten Episoden noch für den jagenden Bankenmogul Sympathien erzeugen. Die Sonne verliebt sich in Johnny Weißmüller, das Marketinghaupt abermals in die Frau des No Globals foppenden Konkurrenten, während die Anziehung des einarmigen Blind Date-Akademikers ebenso kurz währt, wie die Liebe des Mannes, der nichts zweimal tut. Auch in den sexuellen Extravaganzen spielt Schalko neben seiner filmischen und ORF-„Donnerstagnacht“-Klaviatur eine der beeindruckenden Humorvariation: vom grotesken, bissig schwarzen über den situationskomischen zum surreal ausschweifenden.
(8/10)
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