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Adam Davies - Der Froschkönig
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Im Grunde hätte Roman-Held Harry Driscoll alle Möglichkeiten dieser Welt. Er ist gebildet, hat im renommierten New Yorker „Prestige Verlag“ als Lektoratsassistent eine Stelle mit Aufstiegschancen und mit seiner Arbeitskollegin Evie eine Freundin, um die ihn so mancher beneiden würde. Die Arbeit als Assi in einem New Yorker Verlag bedeutet jedoch für sehr wenig Geld, sehr viele Jahre, sehr viel Arbeit zu machen. In Harrys Fall ist es das Lektorat eines schnöden Marathon-Kalenders, auf dem pro Kalenderblatt Tipps und Tricks von einem Lauf-Guru eingetragen sind. Nicht gerade die Arbeit, die man sich als junger, versierter Literaturwissenschaftler vorstellt. Aber der Autor weiß wovon er schreibt, war er doch selber bei Random House angestellt.
Wachzuküssen ist der Froschkönig nicht, weder von seiner Freundin, noch von einem seiner One-Night-Stands. Durch eine Affäre zu einer einflussreichen Lektorin fährt Harry seine Beziehung an die Wand. Auch das Marathon-Manuskript scheint vom Boden verschluckt, was ihm schließlich seinen Assistenten-Job kostet. Keine Partys mehr auf der man Norman Mailer trifft, dafür Dosenbier in Lokalen die nicht einmal eine Lizenz haben. Keine Feierabende mit Evie, dafür Kontakt mit hartgesottenen Verkäufern die herumhuren. Dieser drastisch-ehrliche Umgang mit der Realität brachte Davies Lob vom „American Psycho“-Autor Bred Easton Ellis ein. „Der witzigste Junger-Mann-in-New-York-Roman seit langem“, meint dieser. Dem kann man nur beipflichten!
(9/10)
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