Vinyl-Liebhaber sind reaktionäre Puristen, das hätten wir eigentlich schon lange gewusst. Trotzdem ist es immer wieder schön diese kleine Sekte von Abweichlern über das gute Vinyl so reden zu hören, als sei Kaiser Franz-Joseph noch am Leben und als könnte das mit der Demokratie einfach nicht funktionieren. Dass auch die Schallplatte einen Materialklang mitbringt und eine Schallaufnahme immer eine konstruktive Annäherung an ein bestimmtes Konzept von Wirklichkeit sein wird, ist den Reinheitsfanatikern wohl hoffentlich auch egal:
"In halb Europa berichten die Medien z. T. in den Hauptnachrichten darüber und sorgen für kontroverse Diskussionen, vor allem immer noch über die mittlerweile unbestrittene Tatsache, daß Vinylplatten eben besser klingen als digitale Musik-Annäherungen wie CDs oder gar Mp3 ! Wie schlimm es (für Klang-Puristen) bereits um diese Welt bestellt ist, zeigt eine zuletzt veröffentlichte Umfrage, der zufolge über die Hälfte aller Jugendlichen sogar Mp3-Geräusche schöner einstuft als die Musikwiedergabe von einer CD ! Wohin sind die Zeiten, als man noch versuchte, die Aufnahme eines Musikstückes möglichst nahe am Original zu reproduzieren, dazu bedarf es eben, neben einer halbwegs hochwertigen High Fidelity-Anlage eben unbedingt als Wiedergabequelle einer Vinylplatte.
Aber es besteht doch Hoffnung: Immer mehr Menschen entdecken die wahre Schönheit von originalen, analogen Klängen und wenden sich wieder dem Medium Schallplatte zu: Mittlerweile werden alleine in Europa jährlich wieder ca. 15 Millionen Vinylplatten gepresst und während der Umsatz durch CD-Verkäufe 2010 in Österreich um 23 Millionen Euro gegenüber 2009 zurückging, legten die Vinyl-Verkäufe in diesem Zeitraum um 20 % zu, in Deutschland stieg der Schallplattenverkauf von 2006 bis zum Jahr 2010 um sagenhafte 200 %."




