
Die dicken Tränensäcke wird sich Österreichs Hefenbruder Nummer eins, Ex-Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner, vermutlich nicht wegcremen können. Untersuchungshaft in der Josefstadt ist halt kein Wellness-Urlaub auf St. Barts. Hätte er dort in der Karibik nur besser auf die paar Millionen aufgepasst … Helmut Elsner sitzt jetzt seit drei Jahren in Untersuchungshaft. Untreue, schwerer Betrug und Bilanzfälschung wird ihm vorgeworfen – im Juli 2008 wurde er nicht rechtskräftig zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Damalige Partner in crime (z.B. Wolfgang „Ich schwitze, also bin ich“ Flöttl) genießen währenddessen ihre Freiheit. Von Justizskandal ist jetzt die Rede und der alte, kranke Elsner selbst spricht im Format-Interview von Geiselhaft. Ja, die Justiz ist nicht unfehlbar. Und dann war ja auch noch Wirtschaftskrise. Und die hat gezeigt, dass auch noch andere mächtig Dreck am Stecken haben.
„Das ist mein Schnellschuss-Banken-Plakat, irgendwie blöd, aber vielleicht passt es ja wo hinein …“, schrieb uns Julius Deutschbauer. Der Plakat-Künstler und Archivar in erfüllungsbehilflicher Mission (Bibliothek der ungelesenen Bücher) fordert „Freiheit für Elsner“ und setzt sich dazu auf ein idyllisches Bankerl vorm Schweizerhaus – wie passend. Dass er sein Werk selber „irgendwie blöd“ findet gefällt uns ganz gut, weil die Sache mit dem alten, kranken Mann, der noch dazu so große Tränensäcke hat, ja schön langsam zur Farce wird. Ein angeblich „blödes Plakat“ hat eben auch ein wirklich blödes Thema verdient.













