Tapetenwechsel?
schlanke und vollschlanke disco-könige

Die Discobuben von The Whitest Boy Alive (mit Vorzeige-Nerd Erlend Oye) gastierten in Wien. Fotos machte Nikolaus Ostermann, Gedanken Maximilian Zeller.

Foto by Nikolaus Ostermann 01

Foto by Nikolaus Ostermann 01

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Der norwegische Pop-Musiker Erlend Øye gastierte am Dienstag (18.08.09) mit seiner Indie-Disco-Formation „The Whitest Boy Alive“ in der Arena Wien. Sowohl Support-Act Erobique (of International Pony-Fame) als auch die Haupt-Band sorgten für zuckende Pobacken, Feierstimmung und Jubelschreien bei Indie-Kids als auch bei elektronik-affinen Konzertbesuchern.

„Bitte macht eure Zigaretten aus!“ bat uns höflich der Mann von der Security in der großen Halle der Arena. Auf unsere Frage nach dem Warum, deutete er nur mit dem Zeigefinger auf die Schilder die überall an den Wänden hangen. Der Ärger wurde durch ein anderes Schild an der Eingangstür schnell wieder verdrängt. Erobique und Erlend würden samt Band nach den Konzerten noch auflegen. Die Vorfreude war groß.

Um kurz nach 21 Uhr trottete der vollschlanke Hamburger Disco-Don Carsten Meyer alias Erobique auf die Bühne der großen Halle und startete nach einer sympathischen Auftritts-Rede voller norddeutschem Charme sein Konzert. Bombastische Piano-Loops, schmeichelnder Disco-Bass und Texte voller Humor und intelligentem Witz setzten bereits nach wenigen Minuten nicht nur die ersten Besucher-Reihen in Bewegung. Ein angenehmes Wippen und lobendes Grinsen verbreitete sich wie ein Schweinegrippe-Virus im Publikum. Erobique legte sich so ins Zeug, dass Erlend Øye im Publikum nach einigen Nummern sogar ein Handtuch um seinen bereits total verschwitzen Nacken legte. Aber es sollte schweiß-technisch noch viel schlimmer kommen.

Unter tosendem Applaus betraten Øye und seine Band um kurz vor 22 Uhr den diesmal unverrauchten Hauptraum der Arena. „The Whitest Boy Alive“ präsentierten sich als mittlerweile fünfköpfige und gereifte Band. War der Sound ihres 2006er Album „Dreams“ noch eklektischer und breiter angelegt, sind die Songs auf ihrem neuen Album „Rules“ auf den Punkt produziert und knackig bis ins Letzte. Ähnliches ist ebenfalls mit ihrer Bühnenperformance bzw. Bühnenpräsenz passiert. Anders als bei ihrem letzten Wien-Konzert, das sie teilweise auch sitzend bestritten, wurde dieses Mal herumgesprungen, geposet und sich körperlich verausgabt. Das Publikum war sichtlich begeistert. Nach einem über eineinhalb Stunden dauernden Konzert voll von herrlichen Disco-Reminiszenzen, knackigen Hooks, feiner Percussion und exquisiten Gesangsparts verabschiedete die Band das verschwitzte und verausgabte Publikum mit zwei Zugaben und verwies noch mal schnell auf die anschließende After-Show-Party.

All jene die absichtlich die letzte U-Bahn verpassten um im Open-Air-Bereich das vorher angekündigte DJ-Set der Stars mitzuerleben, wurden doppelt belohnt. Was nämlich als Auflegerei der Band von Erlend Øye begann, gipfelte in einem improvisierten aber leidenschaftlichen Live-Set von Erobique unter Mithilfe aller The Whitest Boy Alive-Musiker. Disco-Punk bekommt was diesen Abend betrifft eine ganz neue Bedeutung! Bitte mehr davon!


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