Tapetenwechsel?
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St. Pöltener Kulturareal "Lames" bedroht


Am 9.12.2008 rollten die Maschinen an. Um Brachland zu schaffen. Davon wussten weder die Betreiber von Lames, noch die Kulturabteilung der Stadt.

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In unsrer jüngsten Ausgabe 092 hatten wir schon gerochen, dass in St.Pölten etwas im Busch ist. Vor einem Monat redeten wir ausgiebig mit den Machern von Lames (La Musique et Sun) über die uneindeutigen Botschaften, die sie von offiziell-poltischer Seite erhielten.
Am 9.12. war es dann soweit, dass sich das ungute Gefühl in der Form von Brachland-Management-Beauftragten (Holzfällern) verdichtete. Ein Teil des Kultur-Areals wurde zu Kleinholz verarbeitet, bis es erst einmal gestoppt werden konnte.

Hier nochmal zum Nachlesen wie sich die Situation vor wenigen Woche darstellte:

Mixed Messages
Heute noch von offizieller Seite geehrt und ausgezeichnet. Und dennoch droht das St. Pöltener Kulturareal „Lames“ demnächst von Baggern und Baulärm überrollt zu werden.

Lames (kurz für:
La Musique et Sun) kümmert sich seit 1999 um die zarten St. Pöltener Pflänzchen „Subkultur“ und „Freiräume“. Auf einem 40 Hektar großen Areal in guter Lage veranstaltete man jahrelang Symposien, Theater und Konzerte und machte die umgebenden Grünflächen zu einem vielfältig genutzten Kulturraum. Musik, Park, Sonne. Man war geduldet, zahlte weder Miete, noch fürs Wasser. Vor gut einem Jahr verkaufte die Stadt St.Pölten das Areal an eine Wohnbaugenossenschaft. In den Plänen reichen die projektierten Wohnungen bis auf cirka 15 Meter an die beiden Veranstaltungsgebäude von Lames heran. Ende November wurde Lames für seine Verdienste mit einem Anerkennungspreis vom Land geehrt. 2010 sollen die Baugeräte anrollen.


Es ist nicht so, dass Lames von langer, politischer Hand entfernt werden soll, weil es irgendwem ein Dorn im Auge wäre. Die Stadt hat Alternativen angeboten, eine Vereinbarung soll endlich schriftlich festgehalten werden. Doch man übersieht, was man an dem umhegten Naturjuwel rund um Lames überhaupt hat. Lames selbst plant seine Aktionen seit Jahren in und rund um diesen Naturraum. Auch Anrainer könnten – sofern sorgfältig geplant – davon mindestens so stark profitieren wie Lames. Ein Architekt schreibt gerade seine Diplomarbeit rund um dieses Projekt. Für ihn ist diese Mischung aus Kultur- und Naturraum in Ostösterreich einzigartig – und für die Stadt ein deutlicher Gewinn. Ein Dokumentarfilmteam war im Sommer vor Ort um genau diese Atmosphäre einzufangen. Seit kurzem eine bedrohte Atmosphäre.


Nun ist die Bedrohung also ganz real geworden. Irrtümlich sei geholzt worden, wie man versichert. Der Kurier spricht von zu wenig Kommunikation zwischen Wirtschafts- und Kulturabteilung der Stadt. Damit die eine öffentliche Hand  begreift, was die andere tut, braucht es jetzt ein ganz deutliches Zeichen, damit St. Pölten endlich begreift, was es an Lames hat.

Nachzulesen in The Gap 092
und hier:
Kurier Online:
www.kurier.at/nachrichten/niederoesterreich/278796.php
Lames:
blog.lames.at/goto/blog/details/rodung_am_skw_kulturschock/

 

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