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iPods, Heineken und Kuhmilchwerbung
von Moritz Gaudlitz
Alle lieben Mette Lindberg. Zu Recht. Die erfrischende Frontsängerin der dänischen Popband The Asteroids Galaxy Tour im Interview.
The Asteroids Galaxy Tour ist im Moment eine der bekanntesten und erfolgreichsten Bands, die das Königreich Dänemark zu bieten hat. Mit ihrem Sixites-Pop verwandeln sie Konzerthallen in einen funky Tanzpalast. Gerade haben sie ihr zweites Studio Album "Out Of Frequency" veröffentlicht. Wir sprachen mit Mette Lindberg, der supersympathischen und aufgeweckten Frontsängerin der Band über das Musikerdasein, Bier und Tokyo Hotel.
Hallo Mette, gerade bist du in Berlin. Werdet ihr ein paar Konzerte spielen in den nächsten Tagen?
Hallo. Genau, in Berlin. Wir haben da Fernsehauftritte und Werbung und so Zeug. Dann geht es in die USA und im April zurück zu euch nach Europa.
Euch gibt es seit 2007. Euer erster Hit "Around The Bend" wurde dann für die iPod-Touch Commercial verwendet. Wie habt ihr reagiert?
Wir haben im Sommer 2007 angefangen. Zu erst haben wir in kleinen Clubs in London und an unterschiedlichen Orten in Kopenhagen gespielt. Währenddessen hatten wir schon ein Management und eine Sync-Agentur in London. Nebenbei arbeiteten wir an unserem ersten Album. Als unsere EP released wurde, hat uns unsere Agentur gesagt, dass Apple gerne den Song für die iPod-Touch Werbung möchte. Ich war gerade in einer Bar, als ich es erfuhr, und flippte völlig aus.
Danach ging es ja nahtlos weiter mit Heineken.
Ja, das war auch total großartig. Wir hatten eine Menge Spaß dabei, eine Werbung wie die von Heineken zu drehen. Ein großes Team, ein wunderbarer Regisseur. Über 300 Schauspieler und Schauspielerinnen, die in einem riesen Anwesen außerhalb von Barcelona gedreht haben. Und das von 5 Uhr Nachmittags, bis 5 in der früh. Es war etwas gruselig. Es gab mehrere Stockwerke und manchmal, als wir irgendeine Tür aufgemacht haben, hatte ich Angst, dass ein Killer dahinter wartet. Wenn ich die Werbung ansehe, ist es lustig, weil du mit all den verkleideten Menschen auf der Party wirklich so rumgehangen bist.
Du sprichst jetzt von Werbung. Siehst du das Video nun als Werbung, oder als Musikvideo?
Wir finden auch, dass es ein Musikvideo ist, weil sie es so produziert haben. Sie haben eine Kampagne gemacht, mehrere Videos gedreht und für uns ein Video gemacht. Wir haben nur drei Shots gemacht. Sie haben es zusammengeschnitten und es hat geklappt. Es ist gut ein Teil davon zu sein.
Wie ist es für euch als Musiker, mit so großen Firmen zusammenzuarbeiten? Gibt es manchmal Probleme mit Managern, oder Konflikte, wenn es um die gezeigten Logos pro Minute geht?
Es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten, da man sich gegenseitig nur fördert. Probleme gab es bis jetzt auch keine. Das ist gut. Glücklicherweise haben wir einen super Manager, der alles regelt, oder auf jeden Fall das meiste.
Bevor der Heineken Spot erschien, gab es schon ein Video von "The Golden Age". Ich habe gesehen, dass es auf YouTube fast die selbe Anzahl an Hits hat, wie das Heineken Video. Welches Video ist in deinen Augen das Wahre?
Also, das erste Video haben wir vor dreieinhalb Jahren gemacht. Es ist ein alter Song von uns. Wir haben es damals vor einem Green-Screen gedreht und lustige Dinge eingesetzt. Vor einem Jahr haben wir dann das Heineken-Setup gemacht. Es war eigentlich kein richtiges Musikvideo geplant, da nur ein paar Einstellungen gedreht wurden. Ich dachte dann, cool, wir machen ein Musikvideo draus. Bevor es das Heineken Video gab, hatten wir, glaube ich, 800 Klicks bei Golden Age. Die Werbung führte dazu, dass wir mehr bekamen. Da sieht man wieder, was für Auswirkungen das hat.
Passiert es dir, dass wenn du auf der Straße läufst, dich Menschen auf den Heineken Spot ansprechen und nicht wegen The Asteroids Galaxy Tour?
Niemand hat mich bis jetzt auf der Straße angesprochen und gefragt: „Bist du das Mädchen aus der Heineken-Werbung“. Ich war in ein paar Ländern, in denen manchmal Leute fragten: Bist du die Sängerin von The Asteroids Galaxy Tour?“ Dann sage ich: „Ja, das bin ich“. Vielleicht sage ich auch einfach mal, nein das bin ich nicht. (lacht)
Auf der einen Seite ist es cool, Songs für eine Werbung zu haben, auf der anderen Seite kann man schnell Authentizität bei den Fans verlieren. Habt ihr so eine Erfahrung schon einmal gemacht?
Nicht wirklich. Der Ansatz ist so altmodisch und so politisch korrekt, dass ich am liebsten kotzen würde. Es nervt mich, wenn Leute so denken. Hört euch einfach die verdammte Musik an. Fußballspieler werden von Milchprodukten gesponsert. Es ist immer so und es stört mich nicht. Menschen müssen sich zusammenreißen, und wenn es sie stört, dann sollen sie Alben kaufen und sie nicht runterladen. Ich meine, ich trinke Bier, wieso sollten wir uns dann nicht gegenseitig Gutes tun.


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