Tapetenwechsel?
21.02.2013
» medienkultur

Wir wollen uns weiter verkriechen

von Bernadette Krenn  


Konsequente Internetverhinderer gab es immer und wird es immer geben. Die sollen dafür aber auch einen Preis bekommen. Am Mittwoch Abend wurde der Wolfgang Lorenz Gedenkpreis zum fünften Mal verliehen.

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Copyright: Karola Riegler


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„America hat das Mad-Magazin. Deutschland die Titanic. Österreich hat 'Kunst hat Recht'“, so verabschiedet sich das Künstlerkollektiv Monochrom mit der Preisrede 2013. Sie hätten erst jetzt erkannt, dass „Kunst hat Recht“ Österreichs derzeit größtes Satireprojekt ist. Der Gewinner ist Gerhard Ruiss, Sprecher der Initiative, die sich unter anderem für die Fetsplattenabgabe, also einer Gebühr auf digitale Speichermedien für "Privatkopien" von Musik, Filmen und E-Books einsetzt. Leer ausgegangen ist dieses Jahr leider das „Moderne Urheberrecht“. Verdient hätten sie den Preis auf alle Fälle, überbieten sich doch beide Initiativen mit wohlfeilem Zahlen- und Infoquargel.

Im Zweifelsfall hat Ruiss die Nase aber defnitiv vorn, der „konsequente Internetverhinderer“ und „das Person gewordene: Weil’s immer so war“, hat sich also durchsetzen können. Die Juroren verwiesen auch noch auf die Rücktrittsaufforderung von Ruiss an die Direktorin der Nationalbibliothek, auf die Forderungen zur Rechtsdurchsetzung bei Urheberrechtsvergehen und auf den Ruf nach einer Festplattenabgabe.

Das Internet ist scheiße

Auf Twitter unter #wolo12 heiß diskutiert, wurde der Wolfgang Lorenz Preis 2008 von Monochrom in die Welt gerufen. Benannt nach seinem ersten Gewinner: Wolfgang Lorenz, ORF-Programmdirektor. Der erhielt den Preis damals unter anderem für seine Aussage, das Internet sei scheiße und die Jugend wolle sich darin verkriechen. Nominiert war er dieses Jahr auch wieder, neben Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, Amazon, Wolfgang Lorenz und einigen anderen. Sieger aus den Vorjahren sind unter anderen A1-Boss Hannes Ametsreiter für seine Ablehnung der Netzneutralität, die "Datenrüpel" Anonymous Austria und Medienstaatssekretär Josef Ostermayer für das Ende des ORF-Portals Futurezone.

 

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