Tapetenwechsel?
14.02.2012
» medienkultur

MySugr

von Moritz Gaudlitz  


Ein junges Startup aus Wien hat eine App für Diabetiker gebaut, die durch spielerische Elemente, die Langzeitwerte verbessern soll. Sie konnten damit die Start Up Week 2011 für sich entscheiden. 

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Den Wenigsten ist es bewusst, wie viele Menschen an der Zuckerkrankheit Diabetes leiden. Im Lichte der Öffentlichkeit, findet die Krankheit eigentlich überhaupt nicht statt.. In Österreich und Deutschland sind es knapp 8%. In den Golfstaaten haben ca. 20% der Gesamtbevölkerung Diabetes.  Wir sprachen mit Frank Westermann, einem der Gründer von MySugr über ihre demnächst erscheinende Applikation.  

Auf eurer Website ist es bisher nur schwer zu erkennen, um was es sich bei MySugr genau handeln wird. Dass es ein Tool in Form einer App wird, das Diabetikern in irgendeiner Form das Leben erleichtert, ist einer der wenigen Hints, die ihr Besuchern der Seite gebt.

Wir haben sehr viele interessante Ideen und wollen die ersten sein, die diese Ideen in einer App umsetzen. Daher sind wir im Moment etwas vorsichtig damit, Details preiszugeben.

Könnt ihr die Funktionsweise und die Besonderheiten der App in ein paar Sätzen erklären? Wer ist das Zielpublikum?

Wir konzentrieren uns mit der ersten App auf die Therapieoptimierung von Typ-1-Diabetikern. Typ1 Diabetes ist eine Auto-Immun Erkrankung, die vor allem junge Menschen trifft. Der eigene Körper tötet Insulin-produzierenden Zellen ab. Typ1 Diabetiker sind daher auf permantente Insulin Shots angewiesen. Es ist nur ziemlich tricky immer die optimale Menge Insulin zu injizieren in Abhängigkeit davon, was man essen möchte, wie hoch der aktuelle Zucker ist und wie stark in den nächsten 2-3 Stunden die körperliche Anstrengung ist. 

Das Ziel ist es den Zucker immer im Normalbereich zwischen zwischen 80 und 140 mg/DL zu halten. Das ist allerdings ziemlich schwer. Ein Glas Apfelsaft lässt den Zucker bei mir z.B. um 150mg/DL steigen, wenn ich kein Insulin spritze. Wir möchten mit der App Diabetikern helfen, den Zucker öfter und länger im Normbereich zu halten.

Laut Internet ist einer von euch seit seiner Jugend an Diabetes erkrankt. Wie viel der persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit fließen in die App mit ein?

Frederik, mein Co-Founder, und ich sind beide Diabetiker. Frederik ist bei uns für das Produktmanagement verantwortlich. Unsere Erfahrungen und Ideen sind die Basis für die App. Das ist natürlich ein großer Vorteil, bei der Entwicklung, denn wir wissen aus eigener Erfahrung, wie gefährlich die Krankheit ist, was uns hilft und wie schwer es ist, sich permanent zu motivieren sich um seine Diabetes zu kümmern. Unter uns: Es nervt in einem nicht unerheblichen Ausmaß. Aber für uns gibt es keine Alternative. Eines unserer Ziele ist es daher wenigstens ein bisschen Fun & Excitement in die Therapie zu bringen, indem wir Gaming-Elemente in die tägliche Therapie bzw. in die App integrieren .

Interessant wäre auch zu wissen, wer euch bei der Entwicklung der App hilft, und das medizinische Fachwissen einbringt.

Dr. Schütz von der Diabetologie des Spitals in Hietzing und Dr. Wiesbauer sind unser medizinischer Beirat und unterstützen uns mit Rat und Tat in medizinischen Fragen.

Wir legen extrem hohen Wert auf die medizinische Korrektheit des Produktes. Im Gegensatz zu vielen anderen Diabetes Apps lassen wir z.B. mySugr als Medizinprodukt zertifizieren. Das bedeutet, dass wir behördliche Genehmigungsprozesse durchlaufen, staatlich vorausgesetzte Qualitätssicherungsmechanismen implementieren usw.

Wer ist verantwortlich für die medizinischen Inhalte der App? Kann die App schaden, wenn man sie falsch anwendet?

Nein. Direkt schaden kann unsere Applikation nicht. Im Gegensatz z.B. zu einer Insulinpumpe veranlassen wir nicht das injizieren von Insulin, dass einen in eine Unterzuckerung oder in die Bewusstlosigkeit spritzen könnte. Wir durchlaufen aber trotzdem bewusst die komplexen Zulassungsverfahren zum Medizinprodukt, weil wir höchsten und nachweislich geprüften Ansprüchen an Anwendungs- und Datensicherheit entsprechen wollen.

 

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