Tapetenwechsel?

02.07.2009 Das Austrofred Tagebuch



02.07.2009 um 16:13


Kommentar abgeben [ 0 Kommentare ]
[ Permalink ]

Ein jeder, der mich kennt, kann sich denken, dass ich mir in den letzten Tagen viele Gedanken über den viel zu frühen Tod vom Michael Jackson gemacht habe.

Weil sicher: das menschliche Leben hat ein Ablaufdatum, das wissen wir, aber muss dieses Datum für einen Popkünstler wirklich so viel früher sein? Der Elvis, der Hendrix, der Jim Morrison, die Janis Joplin, der Freddie Mercury, der Kurt Cobain und jetzt der Michael Jackson - diese Aufzählung macht einen schon ein wenig sinnierert, wenn man selber in einem ähnlichen Genre und auf einem ähnlichen Plateau arbeitet.

Besonders leid tut es mir, dass der Michael Jackson nicht mehr die Chance gehabt hat, dass er mit seinen Comeback-Konzertln in London wieder einmal ordentlich aufzeigt und seine Spötter, die ihn schon abgeschrieben haben, in die Schranken verweist. Was, fünfzig Konzertln, das steht ja der nie und nimmer durch!, haben sie gesagt, was mich extrem geärgert hat, weil ich mag es nicht, wenn solche Affen, die einem Michael Jackson niemals das Wasser geschweige denn irgendein alkoholisches Getränk reichen könnten, via Internet-Postings ihre Ferndiagnosen stellen. Leider haben sie recht gehabt.

Was mir übrigens jetzt beim Michael Jackson wieder einmal besonders aufgefallen ist, das ist die Nähe vom Rockmusiker zum Priesterberuf, und zwar nicht nur wegen gewissen mehrfach kolportierten Neigungen, die der Michael und viele Gottesmänner angeblich teilen respektive geteilt haben, worüber ich aber keine genauen Unterlagen vorliegen habe, weswegen ICH mir in dem Fall keine Ferndiagnose zutraue und von dem her möchte ich nichts gesagt haben, sondern auch von der Inszenierung respektive von der quasi Qualität der Pop-Mystifizierung her.

Ich bin ja mittlerweile fast dazu geneigt, dass ich junge Menschen, die sich für unseren Beruf entscheiden, den Rat gebe, sie sollen sich nicht in eine Musikschule einschreiben lassen oder beim Starmania, sondern in einem Priesterseminar, weil da lernen sie alles, was sie brauchen. Für weiterführende Informationen: www.priester-werden.at

Ein gutes Beispiel für diese meine Theorie ist der beliebte Ex-Medienliebling und Mörder Helmut Frodl, der jetzt dank fleißigem Theologiestudium den Sprung vom Häfenbruder retour zum Medienliebling geschafft hat, was der schönste Beweis dafür ist, dass sich etwas Böses mit viel Zureden und gutem Willen doch noch zu etwas Gutem wandeln kann. Siehe diesbezüglich auch das AKW Zwentendorf, auf das sie jetzt Sonnenkollektoren montiert haben.

Und noch ein Beispiel fällt mir ein, wie sich unsere menschliche österreichische Gesellschaft momentan zum Besseren wendet. Es hat nämlich die teilweise dafür zuständige Ministerin (Honsek? o.ä.) den Vorschlag gemacht, dass man überflüssige Postler in die Polizeistuben abkommandieren könnte für verschiedene Büroverrichtungen, was natürlich eine super Idee ist, weil gerade beim Schreibmaschinschreiben tut sich unsere ansonsten erstklassig ausgebildete Exekutive ja bekanntlich nicht so leicht, da könnten sie sogar von einem Postler noch was lernen.

Außerdem finde ich es ein positives Signal für die Zukunft, wenn unsere Beamtenschaft zur längst notwendigen Selbsterkenntnis kommt: Ja, wir sind teilweise überflüssig!

Schade, dass der Michael Jackson das nicht mehr erleben kann.

 

28.05.2009 Das Austrofred Tagebuch


Austrofred
28.05.2009 um 00:00


Kommentar abgeben [ 0 Kommentare ]
[ Permalink ]

Ja, die Finanzkrise: Ich habe mir ja immer gedacht, bei mir geht das Geschäft gut, mir tut das nichts.

Weil es ist ja allgemein bekannt, dass sich die Leute gerade in einer sogenannten schlechten Zeit gerne eine gewisse hochwertige Unterhaltung konsumieren, da werden sie sich also in der allerschlechtesten Zeit sicher in die allerbeste Show setzen (oder stellen), also in die meinige.

Aber wenn ich jetzt höre, was da in der Autoindustrie so los ist, da bin ich ja direkt froh, dass ich meinen Opel Astra anno dazumals unter meinen Fans verlost habe, weil mittlerweile kannst du dir ja an dem einen Tag nicht mehr sicher sein, ob du am nächsten Tag noch Ersatzteile kriegst. Weil entweder die Bude geht sowieso gleich komplett tschare (Schreibt man das so?) oder der Stronach übernimmt sie und lässt sie über kurz oder lang auch gegen den Baum (respektive den Bach hinunter) gehen so wie die Wiener Austria vor Jahren. Der Toni Polster könnte ein Lied davon singen. Tut er auch - nur halt leidergottes nicht nur eins, sondern im Schnitt zwölf Stück pro CD.

Wenn man sich überlegt, was mit so einem Auto oft für Schicksale verbunden sind! Meine Nachbarin zum Beispiel, die kocht bei einem Pfarrer. Von dem her ist sie also eigentlich eine Pfarrersköchin, aber mittlerweile hat dieses Wort einen so stark sexuellen Touch, dass ich es nur ungern verwende. Auf jeden Fall hat diese Frau einen Opel Corsa, und da denke ich mir schon, wenn ihr der einmal kaputt geht und dank Stronach nicht mehr zum Herrichten ist � der Pfarrer verhungert ja!

Und das ist nicht einmal übertrieben, weil ein solcher, natürlich hat der im Priesterseminar gelernt wie man die ergreifendsten und flashigsten Predigt hält, aber wenn der sich selber auch nur ein Paarl Würstel sieren müsste - keine Chance! Der verbrüht sich da ja die Hand oder patzt sich von oben bis unten mit Kren an, was mich jetzt automatisch an den früheren Bischof Krenn erinnert, aber überhaupt keinen Sinn hat.

 

07.05.2009 Das Austrofred Tagebuch


Austrofred
07.05.2009 um 00:00


Kommentar abgeben [ 0 Kommentare ]
[ Permalink ]

Na, das habe ich wieder Not gehabt. Gerade noch singe ich in an dieser Stelle ein Hohelied auf das österreichische Hausschwein, und akrat vermelden sie die Schweinegrippe.

Aber gottseidank müssen wir deswegen ja keine (panierte) Schweine meiden, sondern nur Mexikoreisende. Da tu ich mir schon entsprechend leichter.

Trotzdem nehme ich die Schweinegrippe nicht auf die leichte Schulter und lasse meine Mitarbeitern täglich in der Früh einen Fragebogen ausfüllen, mit wem sie in der Nacht so Umgang gehabt haben, damit sie da keine Keime von Risikobekanntschaften mit ins Büro schleppen. Bis jetzt ist aber alles im grünen Bereich, und ich erfahre so nebenbei auch einiges über das Privat- und Nachtleben von meinen Kollegen, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Insbesondere in Richtung Roman Weinzettl muss ich sagen: alle Achtung, so etwas Exotisches hätte ich ihm gar nicht zugetraut, das gilt ja fast schon als Sportart!

Ich selber habe gestern übrigens auch einen exotischen Umgang gehabt, aber eher in tierischer Form, und zwar habe ich vor einem Gig in der Südsteiermark einen Abstecher nach Ratschendorf gemacht, wo es die größte Kamelherde Österreichs gibt, und ich muss ganz ehrlich sagen: faszinierende Tiere!

Bekannterweise kann ja so ein Kamel zwei Wochen lang ohne Wasser auskommen, was zwar vielleicht in der Steiermark nicht so wichtig ist, aber in der richtigen Wüste - in die kulturelle bringt ja der Austrofred, der einzige bundesweit renommierte Rockkünstler, der für seine Tourneen mehr Kilometer auf Güterwegen als auf der Autobahn hinter sich bringt, immer wieder ein frisches (symbolisches) Grün hinein -, da profitiert das handelsübliche Kamel schon sehr stark von dieser einzigartigen Fähigkeit, die es von allen anderen Säugetieren unterscheidet und sogar abhebt.

Der geringe Wasserverbrauch ist also der USP - der unique selling point - wie wir Marketing-Fachleute nennen, vom Kamel. Ohne diese Fähigkeit wäre ein Kamel nur ein, ehrlich gesagt: schiaches Pferd. Was sagt uns dieses Gleichnis über die österreichische Musikszene? Das herauszufinden ist jedem selber überlassen. Nach sechs Jahren, die ich dieses Tagebuch schon schreibe, solltet ihr eigentlich mittlerweile schon selber so weit sein, dass ihr euch das überlegt und eure eigenen Schlüsse ziehts.

Also: Hirnkastl einschalten, Leute! Irgendwann wird euer Fred einmal nicht mehr sein, dann seid Ihr ganz auf euch allein gestellt.

 

20.04.2009 Das Austrofred Tagebuch


Austrofred
20.04.2009 um 00:00


Kommentar abgeben [ 0 Kommentare ]
[ Permalink ]

Wie jeder vernünftige Mensch auch habe ich mich letzte Woche fürchterlich über diesen schwindligen Ami aufregen müssen, der behauptet hat, wir Österreicher stehen vor dem Staatsbankrott, und das, obwohl wir zwei Jahre lang einen Sierninger als Finanzminister gehabt haben.

Aber das ist halt wieder typisch der Übertreibungswahnsinn der Journalisten, der da durchschlägt, auch wenn besagter Herr gar kein Schreiberant ist, sondern ein Professor, also ein Lehrer, und mehr brauche nicht sagen.

Momentan probiert ja die Ministerin Schmidt dass sie den Lehrern ein bisschen eine Vernunft in Form von zwei Wochenstunden Mehrarbeit hineindrückt, aber sie geht es ein wengerl ungeschickt an und die Lehrer stellen ihr einen Baum auf. Ich wenn die Schmidt wäre, dann würde ich das ja ganz anders machen. Ich würde den Lehrern einen Wisch geben, wonach sie in der Woche sogar zwei Stunden weniger arbeiten müssen - das unterschreiben sie mit Sicherheit sofort, weil das entspricht genau ihrer persönlichen Veranlagung - und ganz klein steht dann wo drauf, dass sie dafür übers Jahr verteilt zwei Monate mehr hackeln müssen. Weil so geht das. Was glaubts ihr, wie ich meine Gagen verhandle! Ja, ich bin halt ein schlauer Fuchs. Nur halt mit dem Unterschied, dass ein Fuchs am liebsten Hendln reißt und so gut wie nie eine Sau, während ich ja schon nach wie vor das klassische Schweinsschnitzel dem panierten Hendl vorziehe, wobei es natürlich nichts gegen ein Putenschnitzel oder was zum Sagen gibt, aber am allerliebsten ist mir halt doch das Schweinerne.

 

10.04.2009 Das Austrofred Tagebuch


Austrofred
10.04.2009 um 14:34


Kommentar abgeben [ 0 Kommentare ]
[ Permalink ]

Vor ein paar Tagen haben sie dem Woiferl Ambros den Fetzen weggenommen, weil er einen Fetzen gehabt hat, und prompt türmen sich bei mir im Kompetenzzentrum die E-Mails, Austrofred, da müsstest du doch etwas darüber schreiben.

Das tue ich aber nicht, weil diese Leute wollen ja von mir gar keine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol am Steuer lesen, sondern sie wollen nur ein paar gefeanzte Schmäh über dem Woiferl sein bekanntes Problem hören und für so etwas stehe ich nicht zur Verfügung. Noch dazu, wo sich der Wolfgang eh schon bei seinen Fans entschuldigt hat und somit nur mehr sich selbst und einem gewissen höheren Wesen Rechenschaft schuldig ist, nämlich dem Bezirkshauptmann.

 

Mir selber haben sie in der Jugend auch einmal den Führerschein weggenommen, wie ich es auch sehr anschaulich in meiner Autobiographie Alpenkönig und Menschenfreund beschrieben habe, von dem kann ich gut nachempfinden, was der Woiferl jetzt empfindet. Wobei, bei mir waren es nicht 1,7 Promille, sondern wesentlich weniger, und das ist schon noch einmal ein Unterschied. Wieviel ich genau gehabt habe, weiß ich gar nicht, weil der damalige Gendarm hat mich gar nicht blasen lassen, sondern er hat das gerochen.

Persönlich, muss ich sagen, stört mich Alkohol beim Autofahren relativ wenig im Vergleich zum Essen in der U-Bahn, was zwar vielleicht weniger gefährlich ist, aber wenn sich da einer mit seinem Bio-Käse neben mich setzt, da werde ich einfach narrisch. Andererseits muss ich mich eh wieder ein bisschen abhärten, weil im Frühling habe ich traditionell immer viele Kinderveranstaltungen, und da muss ich dann gute Miene zum bösen Spiel mit Wurstradln und Eistüten machen, auch wenn ich am liebsten das einen oder andere Gfrast gerne höflich aber bestimmt darauf hinweisen möchte, dass bei einem Austrofred-Gig nicht gejausnet wird, aber als Erwachsener muss man halt immer der sogenannte Vernünftige sein. Naja, dafür zahlen die Eltern durchgängig die Höchstgage, und manchmal geht es sich auch aus, dass ich selber beim singen ein paar Wurstsemmeln verdrücke, und das taugt mir dann schon wieder.

 

24.03.2009 Das Austrofred Tagebuch


Austrofred
24.03.2009 um 19:10


Kommentar abgeben [ 0 Kommentare ]
[ Permalink ]

Neuerdings haben die Journalisten wieder einen recht ehrenhaften Spitzname für mich, und zwar nennen sie mich den Obama des Austropop. Das taugt mir natürlich, weil der Obama ist ja ebenfalls eine sehr positive Führungsperson, auch wenn sich unsere Vorstellungen im Detail schon ein wenig unterscheiden.

Weil der Obama sagt ja, er möchte langfristig gerne die amerikanischen Rüstungsausgaben eindämmen, aber das wäre für Österreich genau das Falsche - zumindest in puncto Hygieneeinrichtungen in den Kasernen sollte, meiner bescheidenen Meinung nach, das Budget sogar noch massiv aufgestockt werden.

Letzte Woche bin ich nämlich mit dem Zug nach Innsbruck gefahren und dabei habe ich auf dem Weg in den Speisewagen einen Waggon voller Rekruten passieren müssen, und, ich übertreibe nicht: Da drin hat es gekaselt, so etwas habe ich noch nicht erlebt - unfassbar!

Ich meine, jetzt sind junge Menschen durch das, dass ihnen die Hormone durchdrehen, eh schon von Haus aus nicht unbedingt eine geruchstechnische Freude, aber wenn du sie ein paar Tage auf Truppenübung schickst, sie nicht duschen lässt, und dann ziehen sie sich auch noch im Zug alle die schweren Stiefel aus, dann kriegst du schon halbwegs einen Cocktail zusammen. Ich wette, wenn der Zilk, der ja der Vorsitzende der Bundesheerreformkommission war, da durchgegangen wäre - was er natürlich nicht getan hätte, weil er ist ja nur erste Klasse gefahren, wenn überhaupt - dann hätte er in der nächsten Kommissionssitzung sofort gesagt, neue Duschen müssen her! (Und seine Spionagetätigkeit für die Tschechei hätte er gleich mitgestanden, da wette ich.)

Wobei man sagen muss, dass man es als junger Bursch allgemein oft nicht so genau mit der Hygiene nimmt - ich zumindest habe mich als Teenager so gut wie nie geduscht. Beziehungsweise, wenn ich es mir überlege, eigentlich gar nie.

PS: Apropos Zehenkäse: Heute habe ich zum ersten Mal, aus einer gewissen Perversion heraus, das neue Red Bull-Cola gekostet und meine Empfehlung lautet: Nicht trinken! Es reicht, wenn sich einer den Magen vertut.

 
Rücklings ..