Die photografischen Arbeiten von Andrea Witzmann beschäftigen sich sowohl mit den natürlichen als auch den künstlichen Gegebenheiten von Innen- und Außenräumen. Ihre gewählten Bildausschnitte weisen sowohl dokumentarische wie inszenierte Aspekte auf und lassen sich in der Folge auch nicht auf eine Bedeutungsebene reduzieren.
Witzmann bestimmt zwar die Blickrichtung, aber nicht die inhaltliche Auflösung des Gezeigten. Ihre Serie „Plötzlich ganz allein“ zeigt solche bewusst gewählten Orte und Ausschnitte von Innenräumen, die erst in unserer Vorstellung komplementiert werden müssen. Die in diesem Zusammenhang entstandenen Photos von menschenleeren Discos und Veranstaltungsräumen erzeugen ein eigentümliches Gefühl der Sinnentlehrung, da diese Orte ohne vibrierendes Licht und sphärische Beleuchtung ihrer eigentlichen Funktion als Ort einer lebendigen Interaktion beraubt sind . Dabei spielt die eigene Erinnerungs- und Assoziationsfähigkeit eine große Rolle die die Wiedersprüche und Diskrepanzen zwischen den erdachten Raumkonzeptionen und dem Fehlen des lebendigen, erst auflösen müssen.
Die Abwesenheit jeglicher Personalisierung spielt auch in der Serie „Ich weiß was du gestern getan hast“ eine bestimmende Rolle. Die Modellhafte Abbildung von fast ausschließlich weißen Räumen und Mobiliar erzeugt eine Entrücktheit die durch die Entindividualisierung noch verstärkt wird. Die Bandbreite reicht von der fast intimen Raumansichten eines Bades oder einer Schreibtischsituation bis zu öffentlichen Orten wie einem Hörsaal oder einem Aufenthaltsraum. Allen Abbildungen gemeinsam ist das erst allmähliche, unwirkliche, traumähnliche Hervortreten der Raumkonturen aus ihrem monochromen Umfeld. Witzmann spielt dabei auch an die Mechanismen des „white cube“ an und dessen Möglichkeiten einer idealen Projektionsfläche. Letztlich erzeugt Witzmann mit diesen neutral anmutenden Räumen auch ein Sterilität in der die Grenzen zwischen Kunstwelt und Alltagswelt verschwimmen. Neben diesen inneren Ansichten in denen der spezifische Blick der Künstlerin auch Schichten und Wahrnehmungsfelder jenseits des offensichtlichen freilegt, widmet sich Witzmann auch der Betrachtung und Analyse von außen. Thematisiert werden in diesem Kontext die Zwischenräume die sich im Spannungsfeld der permanenten Architektur mit den von der Künstlerin zentral und prominent ins Bild gerückten Gegenständen ergeben. Diese symmetrische Positionierung von beispielsweise einem Wohnwagen vor einer Wohnsiedlung oder von dicht aneinander gereihten Pferdetransporten, generiert und strukturiert ihrerseits den Raum neu. Andrea Witzmann schafft es durch Reduktion und Verdichtung gleichermaßen, Raumsituationen zu schaffen, die an das individuelle Gedächtnis andocken und so eine Prozess in gang bringen der nachhaltig zur Reflexion mit der eigenen Erinnerung zwingt.
100 österreicherinnen mit besonderer zukunft
Manche nennen sie High Potentials. Wir sehen in ihnen: aktive Menschen, denen es zuzutrauen ist, dass sie ihr und unser Umfeld, Österreich und unsere Welt in den nächsten Jahren entscheidend mitgestalten werden.
Andrea WitzmannFotografin

Text: Stefan Tasch
Bild: Andrea Witzmann
Andreas Fogarasi32, Videokünstler

Text: Stefan Tasch
Bild: Ines Alaya
Andreas Fogarasi beschäftigt sich in seinen typografischen Untersuchungen und architektonischen Analysen mit den kulturellen Praktiken und institutionellen Repräsentationsformen. Dabei setzt er sich sowohl mit Entwicklungen von urbanen Räumen und deren Kommerzialisierung auseinander als auch mit markwirtschaftlichen Mechanismen und deren Einflüsse auf staatliche Institutionen. 2007 wurde Fogarasi für sein Video-Projekt „Kultur und Freizeit“ mit dem Goldenen Löwen auf der Biennale in Venedig ausgezeichnet (Ungarischer Pavillon).
Ann Cotten27, Lyrikerin

Text: Eva Morcutti
Bild: Suhrkamp Verlag
„Seyd gegrüßt, edle Reckin!“ wäre eine Option gewesen, Ann Cotten, Sternzeichen Fische, im Mittelalter einigermaßen korrekt anzusprechen. Die Dichterin, die sich bei Poetry Slams erfolgreich als „Persönlichkeitsberatungsinstitut Athene“ tarnte, kommt aber eigentlich aus Ames, Iowa, USA. Und verlagerte ihren Wohnsitz von der schmucken Bundeshauptstadt Wien, wo sie Germanistik studierte, nach Berlin, da sie eine lebendige Lyrik-Szene hierzulande vermisste. „Fremdwörterbuchsonette - Gedichte“ erschien 2007, 733 Tage vor Vollendung ihres 27. Lebensjahres bei Suhrkamp, ihr Buch „Nach der Welt – Die Listen der konkreten Poesie und ihre Folgen“ 2008 bei Klever. „Sie schreiben wie ein Mann, Madame!“
Arash T. Riahi37, Filmregisseur

Text: Andreas P. Jagersberger
Bild: Wega-Film
Die Geschichte von Arash Riahi fesselt beim Zuhören mindestens genauso wie seine Filme beim Ansehen. Der im Iran geborene Filmemacher kam 1982 mit seinen Eltern nach Österreich, da sein Vater – linksintellektueller Schah-Gegner – vom Regime verfolgt wurde. Bereits in der Schule begann Riahi Kurzfilme zu drehen, in denen er seine eigene Vergangenheit und die prekäre Lage des Iran reflektierte.
2006 erschien „Exile Family Movie“, in dem er die Flucht seiner Familie und die dadurch bedingte Zersplitterung der Riahis über den gesamten Globus – Irak, USA, Schweden, Österreich – dokumentarisch porträtiert. Mit viel Feingefühl und ohne dabei rührselig Mitleid zu erwirken zeichnet er die Schicksale seiner Verwandten. Für die authentische Arbeit wurde er gebührend belohnt: Deutsche, österreichische, griechische und amerikanische Filmfestivals prämierten das Werk, der Film erhielt den Interfilmpreis des Max Ophüls Festival. Dass Riahi nicht nur dokumentieren, sondern auch bewegend erzählen und intelligent unterhalten kann, bewies er mit seinem Spielfilm „Ein Augenblick Freiheit“. Darin erzählt er von den Anstrengungen und Verlusten mehrerer aus dem Iran fliehender Familien. Ein filmisches Meisterwerk über Hoffnung, Willkür, Glück und Ungerechtigkeit, das – international beachtet und gelobt – 2008 mit dem Golden Zenith des Montreal Film Festival sowie dem Wiener Filmpreis der Viennale ausgezeichnet wurde. Größte Anerkennung für Riahi selbst dürfte aber wohl die offizielle Entsendung von „Ein Augenblick Freiheit“ als österreichischer Beitrag für den Auslands-Oscar gewesen sein.
Mit seinem anstehenden Projekt begibt sich der Filmemacher wieder zurück auf das Terrain des Dokumentarfilms. Das Werk mit dem abgeklärten Titel „Alles wird nicht gut“ widmet sich den Lebensumständen von Frauen, die in einem Übergangsheim für Obdachlose wohnen. Die Tatsache, dass es Arash Riahi immer wieder gelingt, soziale Themen von globalem Ausmaß anzusprechen, die großen globalen Zusammenhänge unpathetisch im Kleinen aufzuzeigen, ohne dabei mitleidig oder übertrieben theatralisch zu agieren, aber immer einfühlsam und authentisch zu bleiben, prädestiniert ihn – auch mit seiner Produktionsfirma Golden Girls – als prägenden Filmemacher des Landes. Einen von Weltrang.
Birgit Minichmayr32, Schauspielerin

Text: Manfred Gram
Bild: DOR
Landläufig lässt sich sagen: Wer am Wiener Burgtheater seit Jahren zum Ensemble gehört, 2009 einen Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin (für „Alle Anderen“) einkassiert hat und ab nächstem Jahr bei den Salzburger Festspielen als Buhlschaft dem Jedermann zusetzen wird, hat es geschafft. Warum die 32-jährige Oberösterreicherin dennoch auf der Liste ist? Weil sie geschickt ihr Genie-Image pflegt, weiß wie man einen eigenen Mythos bastelt und jederzeit als Stilikone durchgeht.
Christian Eisenberger31, Alleskünstler

Lange war er nur als Anonymus tätig; er klebt, schneidet, legt, bedruckt, hämmert, bepinselt: Pappschädel, Karton, Holz, Papier, Zucker, Bilder, Blätter, Wände, Horn. Und vieles mehr. In seiner skizzenhaften Arbeitsweise, die ununterbrochen neue Arbeiten und Kunstformen ausspuckt, greift er häufig in Alltagserfahrungen ein – egal ob in Natur- oder urbane Räume. Ein begehbarer Turm bei der Kunstmesse Vienna Fair, Einzelausstellung im Wiener Künstlerhaus – üblicherweise aber arbeitet der gebürtige Steirer leidenschaftlich außerhalb des regulären Kunstbetriebs.
Christian Feurstein 28, Martin Fetz 30Landjäger Magazin, Medienmacher

Text: Martin Mühl
Seit vier Jahren entsteht im Bregenzerwald /Landjäger/ – ein kreatives, verspieltes und ernst gemeintes Ding von einem Magazin. Ein europäisches Netzwerk aus Freunden und Gleichgesinnten stellt dafür regelmäßig Beiträge zur Verfügung, die ein kleines Team um Christian Feurstein und Martin Fetz dann in ein Magazin packt. Auch wenn dieses schon mal aus Bierdeckeln besteht, die von einem Gummiringerl zusammengehalten werden. Inhaltlich offen ausgerichtet, in der Umsetzung mutig und bestimmt möge das /Landjäger/ (www.landjaeger.at) nicht nur der Medienlandschaft im Westen Österreichs noch lange vorleben, was alles möglich ist – nund wie viel Spaß das machen kann!
Constantin Luser33, Fineliner - Akkrobat

Constantin Luser, 1976 in Graz geboren, füllt mit seinem Fineliner Buchseiten, beschichtete Aluminiumtafeln oder riesige Wandelemente. Es sind alltäglich Geschichten und phantastische Szenerien die er wie ein Netz über den Bildträger seiner Wahl legt. Er verdichtet und rhythmisiert mit seinen Mikro- und Makrokosmen ganze Ausstellungshallen.
Die Motive erinnern an Schaltpläne oder Industriezeichnungen, die aber nicht einer technischen Funktion verpflichtet sind sondern nur den gedanklichen Expeditionen des Künstlers.
Daniel Kehlmann34, Prosaischer Weltvermesser

Text: Manfred Gram
Bild: Billy Hells
1,5 Millionen Mal verkaufte sich Daniel Kehlmanns Roman „Die Vermessung der Welt“. Guter Titel übrigens, der in unterschiedlichsten Abwandlungen immer wieder als Überschrift für Zeitungs- und Magazinartikel aller Art herhalten muss. Was vom 34-jährigen Schriftsteller in den nächsten Jahren noch zu erwarten sein wird? Alle zwei bis drei Jahre ein Buch, das dann im Feuilleton kontrovers diskutiert werden wird, essayistische Einschätzungen zur Kulturindustrie, Gastprofessuren an diversen Germanistikinstituten und den einen oder anderen renommierten Literaturpreis. Wie es ausschaut, ein echter Grass der Post-Bobo-Generation.
David Schalko36, Autor und Fernsehmacher

Text: Martin Mühl
Bild: Ingo Pertramer
David Schalko ist der angeblich einzige spannende Fernsehmacher beim ORF. Das ist zwar ein bisschen traurig aber ok, weil die meisten seiner Sendungen wirklich gut sind: „Willkommen Österreich“, „Sendung ohne Namen“, „Dorfers Donnerstalk“ etc. Früher war der geborene Waldviertler Werbetexter oder Sexkolumnist („Wienerin“), heute ist er außerdem Buch-Autor („Wir lassen uns gehen“, „Weiße Nacht“). Vieles davon hat in erster Linie Unterhaltungswert, dass Schalko anders kann, hat er etwa bei der ORF-Diskussion um das BZÖ und Stermann & Grissemann gezeigt: ein meinungsstarker, konzentrierter und scharfsinniger Medientausendsassa.
Deborah Sengl35, Tierliebhabende Künstlerin

Text: Thomas Weber
Bild: Ingo Pertramer
Unbekannte ist sie keine mehr, vielmehr die vielleicht Etablierteste ihrer Generation. Längst hat sich die Wienerin Deborah Sengl mit ihren Gemälden und Skulpturen, in welchen sie – grob verkürzt – Menschen Tierköpfe aufsetzt, eine auch von Nichtkennern wieder erkennbare Trademark geschaffen. Also das Zeug zum Kunststar. Ihre Werke handeln vom Tarnen, Täuschen und der Lächerlichkeit, welcher wir uns angesichts unserer grundlegenden Bestialität zu stellen haben. Nun zieht es Sengl zusehends ins Ausland (2010 stehen Einzelausstellungen in Skandinavien an) und mit einer Groß-Installation im Wiener MQ in den (semi-)öffentlichen Raum.
Doris Schamp26, Designerin und Karikaturistin

Text: Andreas P. Jagersberger
Ihre Arbeiten thematisieren das vom Mensch geschaffene Massenprodukt und den Zeitgeist der westlichen, durch Verschwendung und Überfluss geprägten Welt. Die 26-jährige Künstlerin ist dabei sehr vielseitig. Von Ornamenten mit Gummi-Cola-Flaschen, über Mode und Designs, bis hin zu Karikaturen hat die Burgenländerin alles im Repertoire. 2007 gewann sie den Design-Wettbewerb „Schulschiff Bertha von Suttner“, aktuell stellt sie im Karikatur-Museum Krems aus. In welchem Bereich der Weg von Doris Schamp genau weitergeht, dass bleibt noch offen. Sicher ist jedoch, er geht nach oben.
Elsy LahnerKuratorin

Text: Stefan Tasch
Bild: Esel
Die 1975 in Frankfurt am Main geborene Kuratorin realisierte 2006 ihr erstes größeres Ausstellungsprojekt mit „Space Invasion“. Ziel war es, lehrstehende Immobilien für junge aufstrebende Künstler zu nutzen und sie abseits der Musealen Institutionen und Galerien einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Seit 2007 leitet sie gemeinsam mit Alexandra Grausam den Kunstverein „das weiße haus“. Mit diesem ambitionierten und bisher umfangreichsten Projekt realisierte sie zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen.
www.dasweissehaus.at
Kunstverein das weisse haus
Wollzeile 1, 4. + 5. Stock
1010 Wien
Österreich
Öffnungszeiten
Di - Fr 15 - 20 h, Sa 12 - 17 h und nach Vereinbarung
Esther Straganz30, Künstlerin und Fanzine - Herausgeberin

Text: Andreas P. Jagersberger
Bild: Elke Auer
Feminismus ist Fundament für die künstlerische Arbeit von Esther Straganz – offensiv, aber mit feinem Sinn für Humor. Gemeinsam mit Weggefährtin Elke Auer (die beiden arbeiten seit 15 Jahren zusammen) verbrachte die Absolventin der Universität für angewandte Kunst Stipendienzeit in Bangkok und Sao Paulo. Ganz dem /Do it Yourself-/Gedanken verpflichtet ist Straganz (die zwischenzeitlich als Layouterin für The Gap werkte) auch mit ihrem selbstverlegten Fanzine /Cuntstunt/, das sie mit Eva Jantschitsch (bekannt als Musikerin Gustav) herausgibt. Es strotzt nur so vor sexuellem Selbstbewusstsein, wird aber niemals so billig provokant wie Charlotte Roche und deren Epigonen.
Eva Fischer27, Festival - Kuratorin und Projektionskünstlerin

Text: Stefan Niederwieser
Ganz alleine lässt ein Festival wie das „Sound:frame“ natürlich nicht auf die Beine stellen. Aber ohne Eva Fischer gäbe es das Wiener Visual-Art-Festival gar nicht. Und schon längst nicht mehr. In einer Zeit, in der viele Clubs VJs und Lichtinstallationen als einen lästigen bis unnötigen Zusatzposten auf der Endabrechnung sehen, kämpft sie auf allen Ebenen für die Präsenz von Lichtkunst. In Clubs, in Ausstellungen, mit Symposien, in Magistraten, in den Medien. Im erst zweiten Jahr hat es eine Abordnung von „Sound:frame“ schon nach New York geschafft. Eva Fischer ist die Erste Botschafterin des Lichts.
Florian Köhler24, Theater - Schauspieler

Text: Eva Morocutti
Bild: Schauspieler Graz/Peter Manninger
Dem in Göttingen geborenen Schauspieler Florian Köhler, nach der Ausbildung am Max Reinhardt Seminar vom Fleck weg ins Ensemble des Schauspielhauses Graz engagiert, geht es gut. Und das nicht nur, weil er sich in der Steiermark prinzipiell wohlfühlt, sondern vor allem, weil das Umfeld, das ihn umgibt, im Moment genau das Richtige zu sein scheint auf seiner Suche nach „kraftstrotzendem kathartischem Theater“. Beim dem selbstbewussten Ausblick auf kommende Rollen – „gerne alles von Shakespeare, Tschechow und Büchner!“ – wird er ab Jänner 2010 als Küchenjunge Leon in „Weh dem, der lügt!“ auf der Bühne stehen und wir streuen Herrn Köhler (Interessen: Musik, Musen, Museen, Narzissen und Kakteen) dann schon mal mit Vergnügen Rosen.
Franziska Zaida Schrammel20, HipHop - Mastermind

Text: Thomas Weber
Bild: Mira Loew
Ein Klassentreffen der hiesigen HipHop-Community sollte es sein. Ein solches war es dann auch, das diesen Sommer von Franziska Zaida und dem Rapper Kamp organisierte Festival „Am Strom“ im Strombauamt Greifenstein. Und ein großer Erfolg. Den Rest des Sommers hat die Theater-, Film- und Medienwissenschaftsstudentin dazu genutzt, ihre Praxis-Erfahrungen im Rahmen einer Kunst- und Kulturmanagementausbildung am Institut für Kulturkonzepte theoretisch zu fundieren. Auch wenn sie selbst lieber im Hintergrund werkt und „vorerst lieber andere Künstler unterstützt“, ist sie auch selbst Musikerin und Tänzerin. Als sich klassisch ausbildende Sängerin reichen ihre Interessen, bei aller Sozialisierung in der HipHop-Kultur, weit darüber hinaus.
Hausleitner Markus 40, Krapfenbauer Karin 41, House Of The Very Island, Modedesigner

Text: Stefan Niederwieser
Bild: Ute Hölzl
Ursprünglich hatte sich House Of The Very Island vorgenommen, Mode unabhängig davon, ob sie Herr oder Frau trägt, zu machen. Die Schnitte sind immer noch avantgardistisch, sehr androgyn, aber nun als Herrenkollektionen ausgewiesen. Produziert wird bis zur letzten Faser mit rein biologischen Stoffen. Gefärbt ebenso. Ohne Hippie-Mief. Teilweise in Wien in Kooperation mit Merit, eine Initiative zu Re-Integration langzeitarbeitsloser Frauen in den Arbeitsmarkt. Wer all dies mit immer wieder sehr konzeptionellen Kollektionen verbindet, ist zu Recht, vor allem in Japan, höchst erfolgreich.
Ingo Pertramer33, Fotograf

Text: Andreas P. Jagersberger
Bild: Info Pertramer
Von seinem Start als selbstständiger Fotograf im Jahr 2000, als er die Sportfreunde Stiller in ihren Anfängen ablichtete, bis heute, wo Schauspieler, Autoren und der Bundespräsident bei ihm um Termine anstehen, hatte der 33-Jährige bereits so ziemlich alles vor seiner Linse. 2010 wird erstmals ein Bildband mit Fotografien von Ingo Pertramer erscheinen, um den bereits jetzt viele Verlage buhlen. Spannend wird auch das Projekt mit Freund David Schalko, mit dem sich Pertramer in die Welt der bewegten 35mm-Bilder vorwagt. Analog, versteht sich.
Jessica Hausner36, Regisseurin

Text: Andreas P. Jagesberger
Bild: Stefan Olah
In ihrer Jugend las Jessica Hausner lieber Bücher als wie Filme anzusehen und griff lieber zur Füllfeder als zur Kamera. Heute gilt sie hinter der Kamera vielen bereits als Nachfolgerin von Michael Haneke. Mit jungen 27 Jahren erhielt sie als Regisseurin den Spezialpreis der Jury der Filmfestspiele in Cannes. Ihre kühle und nüchterne Erzählweise setzte sie in „Lovely Rita“ oder „Hotel“ fort (u.a. zwei Max Ophüls-Preis-Nominierungen). Heuer ging die Wienerin mit ihrem neuesten Spielfilm „Lourdes“ beim Wettbewerb in Venedig als Mitfavoritin ins Rennen.
Johannes Menneweger, Tim Schmelzer, Marcus Zobl 38Lichttapete, Projektionskunstkollektiv

Text: Stefan Niederwieser
„Ist die Sixtinische Kapelle Kunst?“ Die Kirche war Auftraggeber und ins Wohnzimmer kann man sie sich jedenfalls nicht hängen. Auch Lichttapete sind von kräftigen Auftraggebern abhängig und verändern mit ihren Projektionen die Raumwahrnehmung. Vom kleinen Liebhaberlichtspiel wie dem Lokal Donau Techno über Fassadenbespielung des Technischen Museums bis zum Großprojekt in Dubai – Lichttapete schrauben noch stärker an der Grammatik von Räumen als viele VJ-Kollegen und bilden einen Höhepunkt der äußerst reichen Projektionsszene in Österreich.
Katharina Strasser25, Volkschauspielerin

Text: Andreas P. Jagersberger
Bild: Gallaup Sepp
Ob nackter Wahnsinn, Liebelei oder My Fair Lady, Katharina Straßer hat alle schon durch. Beachtlich daran ist, in welch kurzer Zeit die Innsbruckerin die Film- und Theaterbühne für sich gewinnen konnte: Innerhalb von drei Jahren räumte sie zwei Nachwuchspreise ab und tanzt aktuell als Schnells Assistentin in „Schnell ermittelt“ über den Fernsehbildschirm. In nächster Zeit wird Katharina Straßer außerdem in der „Fledermaus“ am Volkstheater zu sehen sein.
Leopold Kessler 33, Bildhauer und Videofilmer

Text: Johanna Stögmüller
Bild: Galerie Andreas Huber
Das System hinterfragen – für Leopold Kessler, ist die Suche nach Antwort mit einem metaphorischen Aktionismus verbunden, den er als Konzept- und Aktionskünstler, Bildhauer und Videofilmer im öffentlichen Raum verbreitet. 1976 in München geboren, studierte Kessler von 1998 bis 2004 an der Akademie der bildenden Künste in Wien und zählt heute zu den umtriebigsten jungen Stars in der österreichischen Gegenwartskunst. Von November 2009 bis Februar 2010 dokumentiert Leopold Kessler seine Aktionen und Interventionen in der Factory der Kunsthalle Krems.
Markus Schinwald36, Portrait- und Videokünstler

Text: Stefan Tasch
Der menschliche Körper im Spannungsfeld der kulturgeschichtlichen Rezeption ist so etwas wie das Grundmodul in den Arbeiten von Markus Schinwald. Bekannt wurde er durch das Übermalen von Porträts akademischen Zuschnitts aus dem 19. Jahrhundert mit stilecht hinzugefügten Gesichtsprothesen oder Bandagen. In Markus Schinwalds Arbeiten gab es nie Berührungsängste zwischen Hoch- und Populärkultur, zwischen Werbung, Video, Mode oder Kunst. Diese Herangehensweise wird Schinwald vermutlich immer radikaler vorantreiben.
Moussa Kone 31, Zeichner, Maler und wilder Stricher

Text: Stefan Niederwieser
Bild: Erwin Uhrmann
Moussa Kone zeichnet. Und ist damit einer der seltenen, profilierten Zeichner in diesem Land. Seine kleinteiligen Arbeiten haben oft einen doppelten Boden, erfordern Blicke ins Detail. Aber auch als Gründer der kurzlebigen Kunstklappe oder des Art Critics Award, der ausschließlich von Künstlern an Kunstkritiker vergeben wird (beides gemeinsam mit Erwin Uhrmann), zeigt er, dass er auch konzeptionell über die Schranken des gewöhnlichen Kunstbetriebs hinausgeht. Die wahre Fundgrube bleiben aber seine an den englischen Illustrator Aubrey Beardsley gemahnenden Tuschezeichnungen.
Nadim Vardag28, Künstler, Minimalist

Text: Stefan Niederwieser
Bild: Gregor Titze
Der in Nürnberg geborene Akademieabgänger Nadim Vardag arbeitet mit konventionellen künstlerischen Mitteln – Installation, Videoloop, Zeichnung, Skulptur. Doch diese tragen eine äußerst stringente Handschrift. Allesamt sind sie in minimalistischem Schwarz-Grau-Weiß gehalten, wirken konstruktivistisch und gleichzeitig monolithisch. Vardags Arbeiten enthalten Partikel von Film Noir-Ästhetik, erinnern an archetektonisch-räumliche Transkriptionen eines Joy Division’schen Verschwindens. Immer mehr Einzelausstellungen, derzeit noch vorwiegend im deutschen Sprachraum, widmen sich dem zurückhaltenden Künstler.
Norman Shetler35, Cinesast und leidenschaftlicher Kino - Manager

Text: Andreas P. Jagersberger
Bild: Elsa Okazaki
1996 ging die Videothek „Silverstar“ in Konkurs und musste rasch alles Material aus den Regalen loswerden. Shetler überlegte, gemeinsam mit langjährigem Freund Georg Schneider, kaufte alle Filme und machte, ein knappes Jahr später, ratz-fatz, seine eigene Videothek „Alphaville“ auf. Aus den anfänglich 2300 Kassetten wurden mittlerweile 8500 DVD‘s, aus „Alphaville“, die am aller ersten Tag elf Filme verlieh, wurde eine der besten Videotheken der Stadt. Nicht zuletzt weil noch heute ausschließlich Filme in Originalsprache zu finden sind und wirklich jedes Genre gebührend Platz in den Regalen findet.
Seit Dezember 2008 ist Norman Shetler Leiter des Gartenbaukinos und somit zuständig für Programm, Veranstaltungen und letzten Endes auch das Image des Kultkinos. Genau dieses zu verjüngen, deutlich umzukrempeln und eine breitere Zielgruppe zu gewinnen, hat sich Shetler zum Ziel gemacht. „Aufregend und verlockend“, so sagt er selbst, ist das Ambiente des Gartenbaukinos. Die Größe der Leinwand, die Größe der Gartenbauräumlichkeiten selbst waren es, die ihn angespornt haben die Leitung zu übernehmen und den ehrgeizigen Versuch zu starten, das Gartenbaukino zu etwas noch Speziellerem zu machen. Als einziges Kino Österreich ist es noch in der Lage 70mm Filme abzuspielen und so „den Zuseher die Zeiten des großen Kinos noch einmal spüren zu lassen“. In Zeiten der Digitalisierung und der Umstellung immer mehr Kinos auf digitale Filmträger setzt Shetler, der auch bei der Viennale Publikumsdiskussionen moderiert, genau auf dieses analoge und einzigartige Flair.
Visionär und für das Kino selbst revolutionär sind auch seine Bemühungen in Richtung Multi-Sensual-Sonderveranstaltungen. Gemeinsam mit dem Wiener Bar-Shop-Hybrid Phil kreiert er Medienübergreifende Konzepte in denen die Grenzen zwischen Film und Musik, Film und Literatur oder Film und Performances verschwimmen. Begeistern konnte er für die Idee bereits Naked Lunch, die auch schon vor der Kinoleinwand des Gartenbaukinos spielten - während der Film lief, versteht sich. Zumindest in gedanklicher Planung befindet sich auch bereits ein Genre-Film-Festival, zu dem sich der 35-Jährige aber noch nicht näher äußern will.
Norman Shetler rutscht heute, wenn auch mit sicher anmutenden Schwüngen, über dünner werdendes Eis. Ein rein analoges Kino in Zeiten digitaler Tonträger und ein Videoverleih, von denen immer mehr über den Jordan nach Konkurdistan wandern, als funktionierendes Modell aufbauen zu wollen, ist mutig. Shetler liegt derzeit aber dennoch mit beiden bestens im Kurs und wird aufgrund seines persönlichen Engagements bereits als möglicher Erbe Hans Hurchs, aktuellem Viennale-Direktor, gehandelt.
Richard Wilhelmer26, Medien - Künstler

Text: Manfred Gram
Bild: Silverstar Studios
Vieles deutet darauf hin, dass es mit Richard Wilhelmer in den nächsten Jahren geradeaus nach oben gehen wird. Der Absolvent der Grazer Ortwein-Schule studiert an der Universität der Künste in Berlin und präsentiert sich als Medienkünstler, der die postmoderne Bildersprache gekonnt auseinandernimmt. So auch in seinem Kurzfilmdebüt „The Foretaste Of Heaven“, einem in der Bluebox aufgenommenen Endzeitszenario mit leiser Ironie, für das er u. a. Robert Stadlober und den Musiker Alec Empire gewinnen konnte. Seinen ersten Langfilm – nach Eigendefinition „eine Art Genre-Crossover-Psychothriller“ – stellte er diesen Sommer fertig. Den künstlerischen Feinschliff erhält Wilhelmer zurzeit als Regie-Stipendiat am CalArts (California Institute of the Arts) und dort werden bekanntlich keine Lulus aufgenommen.
www.richardwilhelmer.com
Rosalynn Phoa-Bacher32, Galeristin

Text: Andreas P. Jagersberger
Bild: Privat
„Palaisproject“ ist die einzige österreichische Galerie, die sich exklusiv auf zeitgenössische asiatische Kunst spezialisiert. Klingt im ersten Moment nicht ungewöhnlich – ist es aber. Die 32 jährige Rosalynn Phoa-Bacher macht Wien dadurch nämlich zu einem Vorreiter des „Emerging Market“ südostasiatische Kunst, dessen Kurs in den letzten Jahren einer der wenigen war, der nach oben ging. Weitblick, der sich schon bezahlt machte für die gebürtige Indonesierin, denn mittlerweile setzen bereits führende Galeristen wie Audrey und Lukas Feichtner unterstützend auf die Aktie „Palaisproject“.
Sebastian Wendelin27, Schauspieler

Text: Eva Morocutti
Bild: Matthias Horn
Mit einer verblüffenden Marcel Reich-Ranicki-Parodie als Dankesrede anlässlich der Verleihung des Nestroy-Nachwuchs-Theaterpreises fiel der freche Spross einer österreichischen Künstlerfamilie 2008 erstmals auch einer breiteren Öffentlichkeit auf. Andere wiederum – vor allem Kinder und Jugendliche – kannten in bereits als Enkel des Schwindelbarons „Münchhausen“ oder als Possenreißer in „Der junge Till“ – allesamt Produktionen des Rabenhoftheaters Wien. Der Rabenhof ist es auch, der einschließlich seines Regisseurs und Dramaturgen Roman Freigaßner nicht ganz unschuldig an der Entdeckung Sebastian Wendelins ist. Stellte das Theater im Gemeindebau schließlich schon früh eine ideale Brut- und Probierstätte für den experimentierfreudigen Charakterkopf dar. Von seiner Heimatstadt hat sich der 27-jährige Wiener allerdings mit letzter Saison verabschiedet. Seit September steht er am Staatsschauspiel Dresden als Tybalt in „Romeo und Julia“ auf der Bühne. Die Bauchentscheidung, nach Dresden und nicht an die Wiener Josefstadt zu wechseln, fiel ihm, wie er selbst sagt, nicht leicht. Den für ihn notwendigen Schritt beschreibt er als großen Umbruch: „Der Einschnitt in meinem Leben ist gravierend, hat alles verändert, beruflich wie privat. Allein das Theater bleibt das Verbindende und Konstante. Probenarbeit ist Probenarbeit, egal wo. Ich bin ins kalte Wasser gesprungen, denn ich kannte hier niemand.“ Mit Astrid Lindgrens „Die Brüder Löwenherz“ geht es für Sebastian Wendelin innerhalb des neuen, jungen Ensembles in Dresden auf alle Fälle gewohnt vielseitig weiter.
Silke Grabinger27, Break - Dancerin

Text: Manfred Gram
Bild: Angela Weiss
Die 27-jährige Oberösterreicherin tanzt seit ihrem fünften Lebensjahr. Ende der 90er Jahre entdeckte sie Breakdance für sich und heimste hier auch gleich ihre ersten Lorbeeren ein. Etwa, als sie 2001 beim internationalen „B-Girl-Battle“ in Berlin als Siegerin hervorging oder immer wieder in Videos der heimischer HipHop-Crews auftaucht. Neben einem zweijährigen Engagement als Solistin für den Cirque du Soleil in Las Vegas verdingt sie sich mittlerweile auch als Choreografin. Gemeinsam mit Roderich Madl kreierte sie etwa das Tanz-Theater „[SLIK]“, für das sie beim Wiener „ImPulsTanz“-Festival mit guten Kritiken überschüttet wurde und heuer den „Tanztage 2009“-Preis von Linz09 erhielt, und mit dem sie im kommenden November auf Afrika-Tour geht.
www.silk.at
Sophie Reyer24, Literatin

Text: Eva Morocutti
Bild: Leni Nusko
Mitglied bei der Stuhl-Gang? Nach Charlotte Roches Lustfibel „Feuchtgebiete“, deren Protagonistin Helen Hämorrhoiden hat, so lange sie denken kann, zeigt ihre vergleichsweise avantgardistische Kollegin Sophie Reyer aus Graz, was man mit Stinkefingern sonst noch alles machen kann. Denn nur ein literarisches „Ich“ reicht nicht („Vertrocknete Vögel“). Erst recht nicht bei Nachwuchstheaterwettbewerben („Schneewittchenpsychose“). Nein, vielstimmig muss es sein. Vereinsstatuten erwünscht? Lies nach bei Héléne Cixous („Die Orange leben“). Glück auf!
Thomas Ballhausen34, Autor, Literatur- und Filmwissenschaftler

Als Journalist nimmt Thomas Ballhausen etwa im Skug eine wichtige Position ein, als Autor schreibt er Prosa, Dramen und Lyrik und erhielt dafür den Reinhard-Priessnitz-Preis (2006) sowie den Holfeld-Tunzer-Preis (2008). Als Wissenschaftler ist er zudem für das Filmarchiv und die Uni Wien tätig. Seine Forschungsschwerpunkte umschreibt er dabei mit Archivtheorie, Intermedialität, Kulturwissenschaft und Geschichte der Zensur. Bei einem weniger von Berührungsängsten bestimmten Kanon an Meinungsbildnern in Österreich wäre er als (Pop-)Kultur-Theoretiker eine bekanntere Fixgröße als gegenwärtig.
Tobias Hermeling35, Maler und Künstler

Text: Stefan Tasch
Bild: Steve Haider
In den Arbeiten von Tobias Hermeling verdichtet sich die mannigfaltige Bildsprache des 21. Jahrhunderts. Das Referenzsystem aus dem der 35-Jährige, in der ehemaligen DDR geborene Künstler schöpft, setzt sich aus so unterschiedlichen Medien wie Werbung, Nachrichten, Populärkultur oder eben der eigenen Geschichte zusammen. Die Musik spielt in der Malerei von Hermeling ebenfalls eine große Rolle, er mixt malerische Stile und Traditionen zu einer komplexen Komposition, die man sich ähnlich einem Musikstück erst erarbeiten muss. Videoarbeiten zu Stücken von Mozart oder der „Johannespassion“ von Johann Sebastian Bach sind ebenfalls Teil von Hermelings Werk, indem der Künstler seine Version von visueller Neuinterpretation verwirklicht hat.
Ursula Knoll28, Theater - Autorin

Text: Eva Morocutti
Bild: Martin Vukovits
„Figurationen von Sexualität, ‚Rasse’ und NS-TäterInnenschaft im westeuropäischen Shoah – Erinnerungsdiskurs“. Der Titel von Ursula Knolls Dissertation am Wiener Institut für Germanistik klingt vielversprechend. Doch die facettenreiche Geisteswissenschaftlerin ist nicht nur in der Forschung tätig, sie schreibt auch – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgezeichnete Theaterstücke. Mit „netz/nest“ ist sie derzeit als eine von vier Autorinnen des Episodendramas „Mein Wien“ im Rahmen des Autoren-Musik-Theaterprojekts „Roter Oktober“ im Palais Kabelwerk vertreten. Frommer Wunsch: dass in den nächsten Jahren mindestens so viele alternative Bühnenkonzepte diesen Couleurs zu sehen sein mögen wie Filialen der Konditorei Aida die Stadt pflastern.
Volker Schmidt33, Autor, Regisseur, Schauspieler

Text: Andreas P. Jagersberger
Bild: Pool Filmverleih
Für das multimediale Stationentheater „ komA“, das Volker Schmidt geschrieben und inszeniert hat, bekam er 2008 den Nestroy-Preis und den Stella-Preis für darstellende Kunst. Der 33-Jährige ist aber nicht nur als Autor und Regisseur tätig, ausgebildet am Schauspielkonservatorium in Wien, St. Petersburg und Kopenhagen (Lee Strasburg) stahl er in der Rolle des Bruders im Film „Kleine Fische“ allen die Show. Bei Linz 09 war er unter anderem mit Schülern beim Projekt „I Like To Move It Move It“ tätig und zu einem neuen freien Theaterprojekt meint er selbst: „ähnlich ‚komA‘, diesmal aber richtig fett.“.
Yasmine Hafedh18, Poetry - Slammerin und MC

Text: Doris Mitterbacher
Bild: Florian Schneider
Yasmine wird gerade 19 und arbeitet schon an der Weltherrschaft. Eine Szene allein ist zuwenig und so versucht sie sich mit verschiedensten Standbeinen. Den eigenen Output lebt sie als Rapperin (Yasmo MC) und Poetry Slammerin aus, die Fäden fest in der Hand hat sie als Slam-MC des U20-Poetry Slams im Dschungel Wien und bei der Buch.Wien. Sie studiert Theaterwissenschaften und involviert sich hinter den Kulissen in Theaterprojekte. Journalistische Tätigkeiten für FM5, ink.music und die Literaturzeitschrift „…&radieschen“ gehen da schon fast nebenbei.In den Ferien tingelt sie von Slam zu Slam, um Erfahrungen und immer wieder mal das Preisgeld abzustauben.






































